Freitag, Juli 08, 2016

Die vierte Braut unterscheidet sich nur geringfügig von Selection. Statt einem Prinzen sollen vier verheiratet werden und eigentlich konnte sich die Prota ja gar nicht vorstellen, sich an der Brautschau, einem Casting, an dem sowohl Heidi Klum als auch Der Bachelor seine Freude hätte, zu beteiligen. Genau genommen gefällt Mayrin ja der hübsche Hauptmann ohnehin viel besser. Dieser zeigt wenigstens Interesse an ihr. Blöd nur, dass Mayrin einen Vertrag unterzeichnet hat, der ihr die Liebelei mit anderen Männern untersagt, denn sonst...

Die Wendung im Roman ist nun nicht überaus überraschend und es handelt sich eher um einen rosaroten Mädchenroman mit Rüschen und Blimblim. Ein Vorteil gegenüber der Selection-Reihe ist sicherlich, dass die Geschichte mit einem Buch abgeschlossen ist. Wer sich zudem an Castingshows erfreut, wird auch mit diesem Roman seine Freude haben. (Aktuell ist das eBook für 1,99 Euro zu haben.)

Das Handwerk passt und es handelt sich eben um eine federleichte, seichte Urlaubslektüre, bei der man kein nur wenig Hirn braucht. Für den Preis aber völlig in Ordnung und zur reinen Unterhaltung? Warum nicht. Da habe ich schon wesentlich schlechtere Bücher erwischt. Denn der Schreibstil ist flüssig und man duselt irgendwie durch die Geschichte, ohne es zu merken. Anforderung eines Unterhaltungsromanes erfüllt. Was will man mehr?

Julianna Grohe: Die vierte Braut

Freitag, Januar 29, 2016

Vielleicht liegt es an der Verkettung unglücklicher Umstände. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass andere Dinge in meinen Fokus gerückt sind - etwa berufliche Veränderungen, Änderungen der Interessen, etc.

Das Ergebnis bleibt dasselbe. Ich brauche eine Blogpause. Dringend. Ich habe den Spaß an diesem Blog verloren. Das hat verschiedene Gründe, die ich jedoch nicht weiter ausführen möchte. 

Vorerst werden deshalb keine neue Artikel online gehen.

Ich bitte um Euer Verständnis.

Eure Karin

Blogpause

Donnerstag, Januar 21, 2016

Bild: FreeImages.com / Paulp Martinatti
Letztens ist mir aufgefallen, dass man bei Amazon inzwischen auch nur Sterne zur Bewertung abgeben kann und kein Text mehr notwendig ist. Gerade für die Bewertung von Büchern ist diese Umstellung sehr interessant. Wenn man auf dem Kindle ein Buch beendet, erscheint eine Aufforderung, das Buch zu bewerten. Früher war es so, dass mit dem Anklicken der Sterne auch ein Textfeld aufploppte. Und seien wir ehrlich. Schreiben lässt sich auf einem Reader eher schlecht. Also ging man ohne Bewertung. Als Blogger tippst du sie sowieso am PC, der Otto Normalleser verfasst gar keine. Dabei sind gerade Selfpublisher (auch Verlagsautoren, aber Selfpublisher eben ein Quäntchen mehr) auf Rezensionen angewiesen, um in der Sichtbarkeit und im Ranking zu steigen.

Dass nun keine Verbalisierung der Bewertung mehr notwendig ist, könnte sich durchaus positiv auf die Anzahl der Bewertungen auswirken. Amazon versteht das eigene Sternesystem folgendermaßen:

1 Stern: Gefällt mir gar nicht
2 Sterne: Gefällt mir nicht
3 Sterne: Okay
4 Sterne: Gefällt mir
5 Sterne: Gefällt mir sehr

Im Grunde braucht man ja gar nicht so sehr über ein Buch nachdenken, um sich für eine Bewertung zu entscheiden. Sieht man von der Rechtschreibung einmal ab, ist das Gefallen von Büchern ohnehin Geschmackssache. Muss der Kunde nun nicht einmal mehr begründen, sondern kann einfach seinem Gefühl freien Lauf lassen und muss vor allem nichts tun, außer einmal zu klicken, wird er das auch eher tun. (Je weniger Klicks nötig, umso eher bekommt man den Internetnutzer zu einer Handlung!)

Muss der Autor damit unbegründete, schlechte Rezis fürchten? Ich denke nicht. Denn das Feld ploppt ja nur am Ende des Buches auf. Der Kunde hat also bis zum Ende gelesen. Wie schlecht kann ein Buch schon sein, wenn man es fertig liest? Im schlimmsten Fall 3 Sterne, würde ich sagen. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Es dürfte also einfach werden, an mehr gute Bewertungen zu kommen. Allerdings weiß ich nicht, inwiefern Amazon die Non-Text-Bewertungen verwertet. Es ist ja bekannt, dass inzwischen verifizierte Käufe mehr zählen als andere Bewertungen, dass die "War diese Bewertung hilfreich"-Klicks berücksichtigt werden, die gelesenen Seiten, die Verkäufe und und und. Es würde mich nicht wundern, wenn die reine Sternevergabe geringer eingestuft wird. Aber hey. Wenn man dadurch viele Bewertungen bekommt, sollte das ausgeglichen werden.

Spielen wir das Gedankenspiel weiter. Wenn also Bücher häufig zu Ende gelesen werden und dann auch dementsprechende Sternebewertungen erhalten - vermutlich 4 oder 5 Sterne in der Masse - ist dies ein Indiz für einen Bestseller. Das Buch steigt im Ranking und der Sichtbarkeit auf, während nicht gelesene Bücher eben in den Tiefen des Amazons versinken. (Wie man es schafft, dass Bücher gelesen werden, ist eine andere Geschichte.) Findet damit eine Selektion über die positiven Bewertungen statt? Werden Bewertungen mit ein oder zwei Sternen damit überflüssig?

Für mich scheint in der non-verbalen Bewertung zumindest eine Entschärfung der Rezensions-Problematik zu liegen. Man wird schon verführt, die zu Ende gelesenen Bücher zu bewerten, die abgebrochenen (aus welchem Grund auch immer) werden vergessen. Schlechte Bewertungen, die aus einem anderen Geschmack resultieren, könnten damit zumindest zurückgedrängt werden. Blogger z.B. werden ohnehin weiter ihre Bewertungen verfassen. Es geht eher darum, die Anzahl der Bewertungen zu steigern. Die Logik dahinter könnte natürlich sein, je mehr Bewertungen, umso aussagekräftiger das Bild, ob man vielleicht einen Bestseller vorliegen hat. Und das wird für Amazon entscheidender sein als das gekränkte Autorenherz. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Amazon den Verlagen Konkurrenz machen will. Da kommt dieses Instrument ja nicht ungelegen.

Die Rückmeldung für die Autoren fällt mit einer reinen Sternebewertung allerdings weg. Andererseits muss man aber fragen, wieviele hilfreiche Feedbacks Autoren überhaupt erhalten, was nicht auf den Geschmack zurückzuführen ist und man will ja Bewertungen von denen, die sowieso keine Rezension verfasst hätten. Außerdem bewegen sich die meisten Autoren in diversen Gruppen, bemühen Testleser und Blogger, von denen sie sich eine Meinung holen können. Ist wohl ohnehin sinnvoller als über einen Vierzeiler bei Amazon.

Rezensionen sorgen immer wieder für Ärger (dazu nächste Woche mehr!), mit einfacher Sternvergabe könnte das entschärft werden. (Trolle bleiben außenvor, denn für diese muss sowieso eine gesonderte Lösung gefunden werden.)

Auch wenn Amazon bei dieser Änderung höchstwahrscheinlich nicht die Seele der Autoren im Blick hatte, bleibt mit Sicherheit ein positiver Effekt für diese.

Edit: Mir wurde mitgeteilt, dass die Sternebewertung am Ende des Buches nicht ins öffentliche Ranking eingeht. Das finde ich sehr schade. Jedoch macht mich stutzig, dass es dort heißt "Öffentlich auf Amazon posten" - vielleicht handelt es sich um ein noch nicht aktiviertes Tool von Amazon? Für sehr unwahrscheinlich halte ich aber, dass Amazon als Riesenkonzern Daten verschenkt. Irgendwo werden diese Bewertungen also mit Sicherheit gespeichert.

[Diskussion] Sternebewertung bei Amazon

Donnerstag, Januar 14, 2016

Das Äußere einer Figur sollte nicht zufällig sein. Mit ihrem Aussehen kann die innere Verfassung und ihre Entwickliung gespiegelt und/oder verausgedeutet werden. Nur durch äußere Attribute sortieren wir Figuren in uns bekannte Schemata ein. Das finster drein blickende Muskelpaket mit geschorenen Haaren und vernarbten Gesicht und Dreitagebart? Wahrscheinlich ein Ex-Soldat, der nun als Söldner für "die böse Seite" anheuert. Warum trägt Darth Vader eigentlich kein modisches Pink? Diese Zuordnungen basieren auf Erfahrungswerten. Wenn man mit ihnen spielt, erzeugt das meist Komödien. Man denke an den Muskelprotz, der plötzlich als Kindermädchen eingesetzt wird (Dwayne Johnson, Hulk Hogan, ...). Der Muskelprotz passt nicht in die Situation oder kommt einfach aus einem anderen semantischen Raum, weswegen er bei der Kinderbetreuung deplatziert wirkt - und es wird komisch.

Figuren sollen sich im Laufe einer Geschichte entwickeln. Um die Veränderung zu verdeutlichen, kann man sich des Aussehens der Figur bedienen. Oft genug lassen sich die Schritte einer Metamorphose anhand der veränderten Darstellung belegen. Eine Figur schneidet sich die langen Haare ab? Oder färbt sie? Warum trägt sie plötzlich Schwarz? Oder Rot? Die Jogginghosen werden im Schrank verstaut und das kleine Schwarze wird herausgeholt? Es gibt zig Möglichkeiten.

Besonders anschaulich verläuft die Metamorphose von Elsa in Disneys "Die Eiskönigin", da die größte Veränderung während eines Songs passiert. Bitte schau dir deshalb zuerst das Video dazu an:


Elsa beherrscht das Eis. Als Kind verletzt sie mit ihrer Gabe jedoch ihre Schwester Anna, sodass sie ihre Eltern dazu anhalten, ihre Gabe zu unterdrücken und zu verleugnen. Dies bringt die Figur ins Ungleichgewicht, denn sie kann (und will) sich nicht selbst verleugnen. In der vorliegenden Szene findet sie zu sich selbst. Zusätzlich zum sehr deutlichen Liedtext verändert sich auch ihr Aussehen passenderweise.

Vor der Metamorphose ist das weißblonde Haar zu einem strengen Knoten gebunden, was die Einschränkung und Selbstkontrolle Elsas spiegelt. Dazu passend wirkt sie steif, ihre Bewegungen fahrig. (Nicht im Video ersichtlich, sondern bei ihrer Krönungsfeier.) Nebenbei ist die Haarfarbe natürlich auch nicht zufällig. Passend zur Kälte und dem Eis ist Elsa die kühle Blonde. Ihre warmherzige Schwester Anna bildet den Kontrast dazu - sie ist brünett.

Das Kleid ist unauffällig und in gedeckten Farben gehalten. Ja, man kann es auch als züchtig bezeichnen. Es ist hoch geschlossen, die schwarzen Ärmel verbergen alles und der lange beerenfarbene Samtmantel wirkt schwer und wie eine Bürde - was Elsas Lage an ihrem Krönungstag beschreibt. Sie muss sich ihrem Volk stellen und keiner darf von ihrer Gabe erfahren - dies macht ihr Angst, setzt sie unter Druck, was wiederum zur Eskalation führt. Aber dazu ein andernmal mehr.

Die Verwandlung wird unmittelbar vorher angekündigt - durch ein Kleidungsstück! Ihre Schwester Anna nimmt ihr im Streit einen ihrer Handschuhe ab, die wiederum ein Symbol für das Wegsperren ihrer Kraft sind. Ihr Vater hat sie ihr nach dem Unfall mit Anna übergezogen. Elsa flüchtet also mit nur einem Handschuh. Ein Handschuh entspricht jedoch nicht der Normalität. Es wird gezeigt, wie sich Elsa im Ungleichgewicht befindet. Umgeben von der Kälte in den Bergen siegt ihr wahres Ich.

Sie entledigt sich des zweiten Handschuhs, um ihre Kraft frei zu setzen. Sie lässt den schweren Mantel, der sie bislang unterdrückt hat einfach davon fliegen. Ein deutliches Symbol für ihre innere Befreiung. Gleichzeitig werden ihre Bewegungen geschmeidig, fraulich, ja sogar kokett. Sie löst ihren strengen Knoten zu einem locker geflochtenem Zopf (hier wäre auch offenes Haar vorstellbar gewesen. Es ist zu überlegen, ob es ein Zopf bleibt, weil er sich aus der vorherigen Frisur leichter umsetzen lässt oder weil ein Rest der Selbstkontrolle bleibt wie aus dem weiteren Verlauf des Filmes ersichtlich wird.) Das schwere Kleid verwandelt sich in ein ziemlich offenherziges, bis zum Oberschenkel geschlitztes und schulterfreies Kleid. Elsa trägt dazu Pumps aus Eis (davor dunkle Ballerinas) und sie strotzt nur vor Selbstbewusstsein. Der Umhang ist durchsichtig und wirkt fluffig wie Schnee. Die glitzernden Elemente lassen sie zusätzlich erstrahlen. Am Ende stimmen Inneres und Äußeres überein, die Figur wirkt glücklich und in Balance.

Dieses Mittel funktioniert nicht nur im Film, sondern auch im Roman. Nur die Erklärung ist am Film leichter. In einem Text können diese Informationen beiläufig eingestreut werden. Oft ist es nicht einmal relevant, ob sie der Leser bewusst wahrnimmt. Im Unterbewusstsein und in der Vorstellung wird die Bemerkung verarbeitet. Die Übereinstimmung von Entwicklung und Aussehen ist eine kleine Feinheit, die mitunter den Unterschied zwischen Litertur und einfachem Text macht. Hat man das Prinzip einmal verstanden, ist das entschlüsseln relativ leicht - oder das Verwenden des Stilmittels. Natürlich gibt es verschiedene Abstufungen. Die Haarfarbe ist noch relativ leicht. Der fehlende Handschuh für die innere Unausgeglichenheit schon eine Stufe höher.

Viel Spaß beim Analysieren in den kommenden Büchern und Filmen ;) Übung macht den Meister!

Die Metamorphose einer Figur anhand der äußeren Gestaltung - Die Eiskönigin

Donnerstag, Januar 07, 2016

Bild: www.pixabay.com
Die Leseflatrate von Amazon hat zahlreiche Vorteile. 10 Euro und mehr Auswahl, als ich in meinem Leben lesen kann. Ganz akribisch habe ich über die gelesenen Titel Buch geführt, ob sich die Flatrate auch lohnt. Es verging kein Monat im letzten Jahr, in dem ich drauf gezahlt hätte. Der Traum eines jeden Lesers?

Nun ja, fast. Denn obgleich ich mich allenorts für die Flatrate eingesetzt habe, monatelang jedes andere Buch verweigert habe, erfolgte vor kurzem die Ernüchterung. Der größte und allgemein bemängelte Nachteil von kindle unlimited liegt darin, dass keine Verlagstitel und vor allem keine Spiegel-Bestseller verfügbar sind. "Macht nix!", habe ich getönt, "es gibt soviele gute Selfpublisher-Bücher, die kann ich ohnehin nicht alle lesen!" Wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, habe ich es eben direkt wieder zurück gegeben und das nächste geliehen.

In all den Monaten hat sich das Verhältnis verschoben. Das Verhältnis von guten und schlechten Büchern zueinander. Während ich zu Beginn mal eins erwischt habe und ich noch haderte, ob es sich nicht doch noch zum Guten wenden würde, wurde ich jüngst immer häufiger von vielen guten Rezensionen fehlgeleitet. Auf ein lesenswertes Buch kamen etwa zehn, die ich abgebrochen habe. Das Problem dabei ist: Ich gebe jedem Buch einen Abend Gelegenheit, mich zu fesseln. Ist es nix, fange ich kein neues mehr an. Im Endeffekt habe ich zwar viel geliehen, aber unterhalten wurde ich nicht. Natürlich habe ich auch die schlechten Bewertungen gelesen. Natürlich hätte ich auch Leseproben ziehen können. Wobei sich mir nicht erschließt, was zwischen Ausleihe und Leseprobe noch für ein gravierender Unterschied besteht, außer dass ich im Fall der Leseprobe und einem guten Roman nochmal rumklicken muss. Abgesehen davon starten die meisten Bücher gut, bevor nur noch heiße Luft kommt. Da hilft die Leseprobe wieder nicht weiter. Wie dem auch sei, ich bin öfter auf die Schnauze gefallen, als dass ich Glück hatte.

Zudem kommt, dass ich die Leseflatrate schon jeden Monat hereingelesen haben wollte. Erst danach kam ein anderes Buch für mich in Frage. Das Dilemma: Je öfter ich weniger gute Bücher erwischte, um so seltener griff ich zum Reader. Ich hatte die letzten Monate zu tun, den Betrag voll zu bekommen. Ich hatte keine Lust mehr auf immer und immer wieder dieselben Mängel. Mir wurde die Lust am Lesen vermiest.

Deshalb habe ich Ende November beschlossen, die Flatrate zu kündigen. Geht ja mit zwei Klicks ganz unkompliziert - genauso einfach kann ich sie auch wieder abschließen. Schon im Dezember habe ich dann vor allem bei Verlagstitel im Kindle-Deal zugeschlagen. Und zack, macht das Lesen wieder Spaß.

Will ich den Schwarzen Peter also den Selfpublishern zuschieben? Zum Teil, ja, durchaus. Aber wirklich nur zum Teil, bitte nicht überlesen! Zum einen gibt es nämlich wirklich, wirklich sehr gute Selfpublisher. Sonst hätte ich ja nicht so lange für sie geschwärmt. Aber der Markt wird voller und praller und es gibt keine selektierende Instanz - würde dem Sinn des Selfpublishing auch widersprechen. Es wird für mich als Leser immer schwieriger, eine Auswahl zu treffen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Meine Zeit ist mir dafür zu schade. Es tut mir leid um die guten Autoren, die ich dadurch verpasse, aber im Moment ist meine Geduld aufgebraucht. Natürlich ist auch nicht jedes Verlagsbuch eine Perle, aber die Wahrscheinlichkeit, etwas Lesbares zu finden, ist aktuell einfach größer. Dafür bezahle ich auch gerne etwas mehr. Aber zum Glück hat Amazon auch hier die Lösung für mich: die Kindle-Deals. Nicht nur, dass ich Verlagstitel (vor allem von Bastei und Knaur) günstiger erhalte, nein, ich bekomme eine kleine Anzahl an Büchern vorgeschlagen und rudere nicht mehr im Uferlosen herum. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die wird damit zumindest eingeschränkt.

Vielleicht schließe ich die Flatrate in ein paar Wochen wieder ab. Vielleicht auch erst in einem Jahr. Das weiß ich nicht. Vielleicht braucht es auch einen großen Knall und Amazon hebt die völlige Demokratisierung des Buchmarktes auf. Denn davon rücke ich nicht ab: Es wird schon sehr sehr viel schlechtes Zeug dort hochgeladen. Leider.

[Diskussion] Kindle unlimited - ein Erfahrungsbericht

Donnerstag, Dezember 31, 2015

Bild: FreeImages.com / Christoph Fink
Ich finde das Lese-Abo von Amazon toll. Wenn auch nicht mehr so uneingeschränkt, wie es schon einmal war. Aber die Idee bleibt dennoch klasse. Ich bin unabhängig von Sonderangeboten, kann lesen, soviel ich will und jeden Tag wird das Angebot größer. Autoren beklagen, dass die Lese-Flatrate wie ein All-you-can-eat-Buffet sei. Es würde nicht mehr geschätzt, was es zu lesen gäbe und irgendwann sei man so übersättigt, dass man gar nichts mehr lesen wolle. Nach fast einem Jahr habe ich nun überlegt, wie sehr Kinlde unlimited mein Leseverhalten verändert hat.

Ich lese anders. Zuvor habe ich mir sehr viel länger Zeit genommen, bevor ich einen Titel gekauft habe. Habe die Rezensionen studiert, bevor ich zugeschlagen habe. Heute lese ich zuerst ein paar schlechte Rezensionen und anschließend stichprobenartig eine oder zwei gute. Finden sich die gleichen Mängel, lade ich den Titel nicht, sondern wähle den nächsten.

Früher habe ich mich durch jedes Buch gequält. Abbrechen kam für mich nicht in Frage. Ich habe schließlich dafür bezahlt. Dies hatte zur Folge, dass ich für ein Buch mehrere Wochen gebraucht habe. Ich war äußerst erfinderisch, wenn es darum ging, nicht lesen zu müssen. Mit der Leseflatrate kann ich jetzt ohne schlechtes Gewissen ein Buch zurückgeben, wenn es mich nicht packen kann. Es hat etwas gedauert, bis ich diese Möglichkeit realisiert habe.

Für mich als Leser hat die Flatrate viele Vorteile - nicht zuletzt den, dass ich jederzeit kündigen kann.
Aber wie wirkt sich mein verändertes Leseverhalten auf den Autor aus? Je nach Autor unterschiedlich. Denn meine Ansprüche sind gestiegen. Ich gebe einem Buch nicht mehr lange Zeit, damit es mich in seinen Bann zieht. Ich bin nicht gewillt, Leerlauf in Kauf zu nehmen. Ich will Action. Spätestens am Ende des ersten Kapitels muss die Handlung loslegen, sonst verliere ich die Lust und gebe das Buch zurück.

Sowas wird oft auf den Geschmack geschoben. Aber ist es das wirklich? Ist es nicht einfach Handwerk, den Leser gleich nach wenigen Seiten packen zu können? Einen Spannungsbogen zu konstruieren?

Ob Geschmack oder nicht, der Autor wird sich damit arrangieren müssen, dass der Durchhaltewille des Lesers absinkt. Ein Anrecht darauf, dass ein geliehenes Buch auch zu Ende gelesen wird, besteht übrigens nicht. Da hilft auch kein Zetern.

Dennoch habe ich inzwischen auch die Kehrseite von Kindle unlimited erfahren. Davon gibt es nächste Woche mehr.

[Diskussion] Wie Kindle unlimited das Leseverhalten verändert

Freitag, Dezember 25, 2015

Endlich ist er da! Der vierte und vorerst letzte Teil von Sandra Floreans Nachtahnreihe ist am 5. Dezember erschienen.

Es passiert viel. Denn die unterschiedlichen Handlungsstränge werden aufgegriffen und für das Finale zusammengeführt. Aber ganz sicher scheint sich die Autorin nicht zu sein, ob sie ihren Vampiren auf immer und ewig Adieu! sagen will. Denn die ein oder andere Frage bleibt weiter offen oder ergibt sich aus der Handlung. Man kann also hoffen, denn die Reihe um Dorian Fitzgerald und seinen Vampirclan ist absolut lesenswert. Auch der Abschluss ist, wie die voran gegangenen Bände, ein absoluter Pageturner und man kann des Roman erst zur Seite legen, wenn er durchgelesen ist.

Besonders gut gefällt mir, dass das Protagonisten-Paar kein übermäßiges Traumpaar, sondern sehr realistisch gehalten ist. Beide haben mit dem Vertrauen zueinander zu kämpfen, sehen sich Höhen und Tiefen gegenüber.

Ebenfalls realistisch ist das Ende gestaltet. Es handelt sich nämlich nur um ein halbes Happy End, aber dennoch überzeugend und eben - auch wenn es um Vampire geht - realistisch. Ein kitschiges Ende à la "Und wenn sie nicht gestorben sind..." hätte aber auch nicht zu der Autorin gepasst.

Tja, nun schwärme ich und schwärme ich, aber worum es geht, habe ich noch gar nicht gesagt. Es ist auch nicht möglich, ohne zu spoilern. Und ich kann nur jedem raten: Lest die ganze Reihe, es lohnt sich. Sandra Floreans Figuren sind authentisch, problembehaftet und spannend. Jeder einzelne Band fesselt und treibt einen mit den Figuren in die Höhen und Tiefen. Der besondere Reiz der Reihe liegt auch darin, dass die Handlung, das Ende nicht absehbar ist. (Weswegen ich auch nichts verraten möchte, es würde wirklich zuviel Lesespaß verderben!) Ein absolute Leseempfehlung gibt es daher von mir.

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[Rezension] Sandra Florean - Blutsühne