Montag, Juli 21, 2014

Kay Noa: Vampire Beginners Guide (Band 1)

Vampire Beginners Guide ist eine unterhaltsame Vampirlektüre für zwischendurch, die sich nicht in die Finsternis verzieht, ohne aber auf Glitzer-Vampire zurückgreifen zu müssen.

Der Inhalt ist kurz zusammengefasst. Das Partygirl Lexa wacht nach einer eigentlich nicht allzu sehr ausgeuferten Partynacht stark verkatert mit einem Filmriss auf. Nur vage erinnert sie sich an eine heiße Liebesnacht mit einem ungewöhnlichen Fremden. Schnell ist ihr klar: Da müssen K.O.-Tropfen im Spiel gewesen sein. Sie ist lichtempfindlich und es gelüstet sie nach seltsamen Lebensmitteln, die sie so vorher nicht gegessen hätte. Das Steak würde sie am liebsten direkt von der Kuh herunterbeißen, so blutig soll es sein. Erst als der Bekannte Dave ihrer Freundin Maya Lexa gegenüber für sie zunächst unverständliche Andeutungen macht und ihr dann auch noch der "Vampire Beginners Guide" anonym zugespielt wird, macht es klick. Sie wurde vampirifiziert! Damit eröffnet sich ihr die Schattenwelt, die voll von außergewöhnlichen Wesen ist. Zombies, Werwölfe, Feen und natürlich Vampire, wie sie nun selbst einer ist. Doch damit nicht genug. Der Vampir, von dem sich Lexa ungewollt beißen ließ, hält vom Ratgeber für Vampire so gar nichts und zieht munter mordend durch München. Da Lexa jedoch die einzige ist, die ihn kennt, fällt auch ihr die Aufgabe zu, ihn auszuschalten. Mit Hilfe ihrer Freundin Maya und zwei Werwölfen geht sie auf die Jagd...

Wen es nach düsteren Legenden, nach Seelenqualen leidenden Vampiren oder großen Schlachten lüstet, ist bei dem Buch sicher falsch. Denn ist vor allen Dingen eins: humorvoll. Das beginnt schon bei den Kapitelüberschriften. Normalerweise interessieren die mich wenig bis gar nicht. Aber bei Songtiteln der Toten Hosen, der Spider Murphy Gang und der EAV musste ich doch lachen. Die Figur Lexa ist ein herrlicher Jedermann, die viel Fläche zur Identifikation bietet. Aus Mode macht sie sich nicht viel, morgens quält sie sich zur Arbeit und Sport ist auch eher ein notwendiges Übel. Sie ist zwar nicht begeistert über ihre neue Identität, aber getreu dem Motto "Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas" ergeht sie sich nicht in Selbstmitleid, sondern tut eben, was sie tun muss.

Die Konzeption der Schattenwesen (Vampire, Werwölfe, Elfen und Zombies) bietet Verschwörungstheoretikern ganz neue Möglichkeiten und ganz nebenbei werden die Spinner des Alltags durch den Kakao gezogen - genauso wie die Twilight-Saga. Auch Münchens Schickeria bekommt ihr Fett weg. Ich gestehe, diese Passagen habe ich schon mit ganz besonderer diebischer Freude wahrgenommen.

Insgesamt ist "Vampire Beginners Guide" eine leichte Lektüre, gerade für den Sommer, aber absolut lesenswert.

Erscheinungsdatum: Juni 2014 (2. Auflage)


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