Donnerstag, Juli 24, 2014

Kay Noa: Vampire Practice Guide (Band 2)

Vom zweiten Band war ich ehrlich gesagt enttäuscht. In erster Linie deshalb, weil "die Schatten- und die Normwelt" derart verfließen, dass das Buch auch ganz ohne fantastische Elemente auskäme. Es spielt eigentlich keine Rolle, dass hier Vampire, Werwölfe und Elfen agieren. Am Ende lösen die Menschen in Form der Figuren Maya, Mick und Christian die Probleme.

Es werden zuviele verschiedene Fässer aufgemacht und jedem fehlt daher die Tiefe. Zum einen haben wir das Fass "nicht akzeptierte Beziehung", dann das Fass "Dreiecksbeziehung", "Freundschaft", "Triebkontrolle" und ein Krimi soll das Ganze dann zusammenhalten

Lexa hat also gegen die Werwolf-Oma von Dave zu bestehen, die sich eine Werwölfin als Gefährtin für ihren Enkel wünscht und kurzerhand eine passende Verlobte präsentiert. Dave zieht sich trotz Liebesbeteuerungen von Lexa zurück und ist eifersüchtig auf ihren Ex Christian. Maya kreidet Lexas Egoismus an, was aber nicht so wirklich irgendwelche Folgen für den weiteren Verlauf der freundschaftlichen Beziehung hat. Lexa würde zwar aus ihrem Jagdtrieb heraus gerne beißen und Frischblut trinken, aber natürlich kann sie sich immer und jederzeit beherrschen. Als die Verlobte dann ermordet wird, wird natürlich Lexa verdächtigt. An ihr liegt es nun, den fingierten Videobeweis richtig zu stellen und den Mörder zu entlarven. Obwohl es eigentlich die Leistung ihrer Freunde ist, heimst Lexa den ganzen Ruhm ein, was wiederum das Werwolfgespann inklusive Oma und Freund überzeugt und was bleibt, ist der Ponyhof am Schluss. Eigentlich schade. Es steckt soviel Potenzial drin.

Andererseits muss man aber einräumen, dass es eben leichte Unterhaltungsliteratur ist und zur reinen Lesefreude ja Tiefe nicht unbedingt notwendig ist. Im Gegenteil. Die kann den Spaß auch ganz schnell verderben. Ein echter Krimi-Fan wird von der Story hier angeödet sein. Für jemand, der um Krimis eigentlich einen Bogen macht, so wie ich, reicht der der Aufdeckung eingeräumte Platz vollkommen aus und ist auch nicht zu übermächtig. Denn trotz aller Kritik - das Buch lässt sich flüssig und zügig lesen. Ich war an einem Tag durch damit. Fast unschlagbar ist zudem der Kindle-Preis: 99 Cent, über die Prime-Mitgliedschaft derzeit sogar kostenlos zu leihen. Wer eine günstige und leichte Lektüre sucht, ist mit dem Vampire Practice Guide also durchaus gut bedient.

Erscheinungsdatum: Juli 2014


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