Donnerstag, Juli 17, 2014

Laya Talis: Zwischen Göttern und Teufeln - Der Pakt (Band 1)

Seit dem kleinen Vampir Rüdiger in meiner Kindheit bin ich immer wieder auf der Suche nach Vampirbüchern. Dabei bin ich nur insofern wählerisch, als dass die Konzeption der Blutsauger in sich stimmig sein muss und ich mich ohne schlechtes Gewissen auf deren Seite stellen kann. So war auch die Twilight-Reihe vollkommen in Ordnung für mich. Zwischen Göttern und Teufeln jedoch hat das, was den Teenie-Büchern fehlt: Mehr Action, mehr Abgrund und mehr Sex.

Im ersten Band der Reihe wird hauptsächlich in die Konzeption und in die Prämissen der Story eingeführt. Man erhält einen Einblick in die Hierarchie der Vampire und in die der Menschen - "die Organisation". Dabei greift Laya Talis sehr stimmig die Herrschaftsstrukturen aus den Zeiten der alten und wichtigen Vampire auf, etwa aus dem antiken Rom, während sie der Organisation das Gottesgnadentum des Mittelalters aufdrückt - auch wenn es sich nicht um einen eingesetzten Herrscher handelt, sondern um einen ganzen Rat. Damit wird ein sehr strenger Rahmen gebildet, der bereits erahnen lässt, welche Grenzüberschreitungen die Handlung in Gang setzen. Zu Beginn mag erst einmal vieles offen bleiben und man wartet irgendwie darauf, dass nun endlich etwas passiert. Dieses Gefühl legt sich aber schnell. Die Hauptfiguren werden durch einen wechselnden personalen Erzähler intensiv vorgestellt, sodass man das Handeln jeder Figur nachvollziehen kann und vollste Empathie entwickelt. Für den weiteren Verlauf der Geschichte ein absoluter Gewinn. Spätestens nach der Hälfte des Buches hat man das Gefühl, die Figuren schon eine Ewigkeit zu kennen - genau das, was es braucht, um mitzufiebern.

"Der Pakt" legt den Grundstein für eine Reihe spannender Konflikte - zwischen den Menschen und den Vampiren, zwischen den Vampiren untereinander, zwischen den Menschen untereinander und auch für Konflikte, die die Figuren mit sich selbst austragen müssen, wie man es aus Goethes und Schillers Dramen kennt. Blinde Treue oder das Gewissen erleichternder Verrat? Ist es dann noch Verrat oder gar das Richtige? Die Lösung eines moralischen Dilemmas verspricht Spannung pur. Noch spannender wird es, wenn die Lösung des Dilemmas in den nächsten Teil (ich hoffe zumindest, dass es im nächsten Teil aufgelöst wird, sonst zerplatze ich vor Neugier) verlegt wird.

Eine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen, die hier ganz nach meinem Geschmack ist. Genau soviel Romantik, dass sie nicht zu schnulzig und zu blümelig, aber dennoch authentisch ist. Dazu kommt knisternde Erotik, ohne aber, dass man irgendwann über sich über Seiten ziehende Sexszenen hinwegblättert, weil sie einfach langweilig werden.

Dem E-Book ist eine Leseprobe der Fortsetzung - "Der Verrat" -  angefügt. Aber wer sich von Jeremias, Jessica, Marcus und Co gefangen nehmen lässt, wird den Auszug nicht lesen - sondern sich gleich den zweiten Teil besorgen - so wie ich!

Erscheinungsdatum: Juni 2013


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