Sonntag, August 10, 2014

Elke Aybar: Geheimnisse von Blut und Liebe - Dunkle Jagd (Band 1)

Wenn man mit Elke Aybars Geheimnisse von Blut und Liebe zu lesen beginnt, öffnet sich eine Tür in eine andere, aufregende, geheimnisvolle und zunächst idyllische Welt. Gerade die Beschreibung des verborgenen Silbermonds und seine Entdeckung durch Aurelie gleicht einem Märchen. Durch den träumerischen Schreibstil lässt man die Realität einfach hinter sich, geht durch ein Tor der Fantasie und fühlt sich ein bisschen wie Alice im Wunderland. Man möchte das Lesen gar nicht mehr aufhören, die Vampirmagie verzaubert einfach und die Worte hüllen den Leser in einen warmen, behaglichen Nebel.

Der Roman beginnt mit zweierlei Handlungssträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Aurelie, eine Autorin, über die man zunächst nicht mehr erfährt, als dass sie sich vor ihrem Ex versteckt, von Kindheitstagen an ein Gespür für das Fantastische in der Welt hat, gelangt mehr und minder zufällig (genaues Lesen lohnt sich und wird am Ende des Romans wieder wichtig!) in den verlassenen Gasthof von Elody. Sie erhält die Gewissheit, dass es Magie tatsächlich gibt, nur weiß sie am nächsten Tag nichts mehr davon! Daneben lernt man die Vampire David und Michio kennen, die sich auf eine Blutparty bei dem obersten Vampir Serge vorbereiten, was von großer Bedeutung ist, denn die beiden haben so einiges vor dem sadistischen Obervampir zu verbergen.

Elke Aybar führt ihre verschiedenen Figuren auf spannendem Weg zusammen und es zeigen sich immer mehr (verhängnisvolle) Verstrickungen. Man merkt schnell, dass die Dunkle Jagd nur der Auftakt der Geheimnisse von Blut und Liebe sein kann, denn in vielen beiläufig anmutenden Informationen steckt viel weiteres Potenzial. Das Ende des Romans zeigt auch, dass sich die Autorin jede Information, jeden Nebensatz, jedes einer Figur zugeschriebene Attribut genauestens überlegt hat und nicht nur einführt, weil es vielleicht gerade so schön klingt. Wer auf die kleinen Details achtet, kann wirklich jeden Blutstropfen in sich aufnehmen. Aber auch eher oberflächliche Leser brauchen nicht fürchten, dass sie der Geschichte nicht folgen könnten, wenn sie nicht auf jede Kleinigkeit achten. Das Wesentliche wird man in jedem Fall schnell erfassen können, das Darüberhinaus gibt eben noch kleine Hinweise, wie es im nächsten Band weitergehen könnte, ohne jedoch zu viel zu verraten. Man weiß, dass dies und das noch eine Rolle spielen wird, aber welche? Spannung pur.

Der Schreibstil ist der jeweiligen Figur entsprechend, die gerade im Fokus der Erzählung steht. Die träumerische Aurelie, der berechnende David und der grausame Serge - für jeden Charakter ist das passende Vokabular vorhanden. Diese Mischung lässt den Roman abwechslungsreich wirken, nicht zu verspielt, sondern auch - wenn angebracht - knallhart. Wer seine Schwierigkeit mit derben Ausdrücken hat, wird ebenfalls gut bedient, denn an solchen wird gespart und sollten sie doch einmal nötig sein, so wird die entsprechende Figur in der Regel sofort gerügt.

Geheimnisse von Blut und Liebe - Dunkle Jagd ist absolut lesenswert und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil.

Erscheinungsdatum: Dezember 2013

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