Freitag, September 05, 2014

Ardy K. Myrne: Der dunkle Feind

"Der dunkle Feind" von Ardy K. Myrne hat mich von der ersten Seite an gepackt und ich hatte den Roman sehr schnell gelesen.

Die 17-jährige Sarah ist eher eine Einzelgängerin. Ihre beste Freundin ist die alte Bibliothekarin Hettie, bei der sie viel Zeit verbringt. Ihre Eltern hätten hingegen gerne, dass Sarah sich etwas mehr ihrem Alter angemessen verhält, ausgeht, einen Freund mit nach Hause bringt, usw. Tatsächlich bietet sich sogleich eine passende Gelegenheit. Ihre Freundin Fredy nimmt sie mit auf eine Party, wenngleich diese einen etwas skurrilen Verlauf nimmt. Der Gastgeber Benny ergeht sich in vermeintlichen Fantasien darüber, dass auf dem Nachbargrundstück ein Vampir hausen würde. Er erntet dafür Gelächter und Spott und auch Sarah kann Benny nicht ernst nehmen. Als sie jedoch in den Park geht, um frische Luft zu schnappen, trifft sie auf einen schönen, blassen Unbekannten und Sarahs Schicksal nimmt ihren Lauf...

Ich habe lange überlegt, was mich an dem Roman so mitgerissen hat, warum ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich denke, es liegt an seiner eleganten Schlichtheit. Ardy K. Myrne beschränkt sich auf das Wichtigste, jeder Satz ist sorgfältig gewählt und treibt die Handlung voran, sodass man immer und immer weiter lesen will. Sie verzichtet auf eine oftmals langatmige Darstellung von Gewissenskonflikten oder auf eine lange Kennenlernphase zwischen Mensch und Vampir. Dennoch fehlt nichts. Man hat nicht im Geringsten das Gefühl, dass sie hier und da ausführlicher sein hätte müssen, dass man sich mehr wünschen würde oder mehr Tiefe. Man könnte zwar einzelne Passagen ausbauen, aber ob der Roman daraus wirklich einen Gewinn ziehen würde, möchte ich ernsthaft bezweifeln. Es wird immer genau soviel verraten, wie am Punkt der Geschichte notwendig ist. Andere Informationen, die scheinbar willkürlich eingestreut sind, erhalten immer ihre Bedeutung. Mal auf der nächsten Seite, mal zwanzig Seiten später. Dem Leser wird der Denkprozess erspart, für die Handlung wichtige Elemente herauszufiltern, was natürlich ein unbewusster Vorgang ist, aber die Leselust durchaus hemmen kann. Es ist nämlich wirklich alles von Bedeutung. Dabei wird aber der Leser in keiner Weise überfordert. "Der dunkle Feind" ist ein stimmiger und flüssig zu lesender Roman, der absolut lesenswert ist. Von Ardy K. Myrne möchte ich gerne mehr lesen!

Erscheinungsdatum: Mai 2014

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