Montag, November 17, 2014

Linda K. Heyden: Dezemberglut (Band 2)

Charis wird von böswilligen Vampiren gefangen gehalten und gefoltert. Nach ihrer Befreiung durch die Berliner Gemeinschaft der Vampire weigert sie sich jedoch, dass ihr Gedächtnis gelöscht wird. Stattdessen will sie lernen, sich gegen Vampire zu wehren. Julian, der Anführer der Vampire, willigt ein und stellt ihr den finsteren Damian als Mentor an die Seite, der von seiner Aufgabe zunächst alles andere als begeistert ist. Doch beide lernen, den anderen zu schätzen und zu lieben. Allerdings wird ihre Liebe von verschiedenen Seiten bedroht...

"Dezemberglut" lässt sich wunderbar flüssig lesen. Es handelt sich dabei um den zweiten Teil von Linda K. Heydens Vampirreihe (erster Teil: "Novembermond"), den man jedoch ohne jegliche Vorkenntnisse aus dem ersten Band und völlig unabhängig lesen kann. Die sich anbahnende Liebesbeziehung der beiden Protagonisten ist (natürlich) absehbar, bleibt aber auf ihrem Weg spannend und voller Hürden, die durch die ausführliche und gut durchdachte Biographie der Figuren überwunden werden müssen. Das letztendliche Zusammenfinden der beiden erfolgte dann aber doch irgendwie sehr plötzlich, an einer Stelle, wo man es nicht erwartet hätte. So ähnlich erging es mir dann auch mit der Lösung anderer Konflikte, bei denen ich eine längere und schwierigere Auflösung erwartet hätte. Denn Ansätze gibt es genug. Vielleicht ist es der ein oder andere zuviel, der dann doch noch zu einem schnellen Ende gebracht werden sollte, um auch "Dezemberglut" von den anderen, noch folgenden Bänden unabhängig bleiben zu lassen. So jagt Damian zum Beispiel Dämonen, worin er gut ist. Allerdings treibt ein Vampirdämon sein Unwesen, der aufgrund der vampirischen Fähigkeiten sehr viel gefährlicher ist als ein "normaler" Dämon. Dieser Umstand wird häufig betont, sodass der alles entscheidende Kampf zwischen den beiden fast etwas farblos daherkommt. Es werden sehr viele Nebenschauplätze eröffnet, die auch stimmig vorbereitet werden und wirklich spannend beschrieben werden. Aber in deren Auflösung fehlt mir immer so ein bisschen das Sahnehäubchen. Auf einmal geht alles etwas zu glatt und zu einfach.

Nichtsdestotrotz ist "Dezemberglut" ein empfehlenswerter Roman, der sich gerade jetzt für kommende Wintertage anbietet. Er enthält die nötige Portion Herzschmerz und Leid, aber auch Spannung und Action, ohne dass man sich jedoch mit schweißnassen Händen am Lesesessel festkrallen will. Einfach ein gutes Buch zur Unterhaltung.

Erscheinungsdatum: Dezember 2013

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