Dienstag, Februar 03, 2015

Isabel Roderick: Nymphenblut: Die Gefolgschaft

Während ich sonst immer erst kurz zum Inhalt und eine kurze Einschätzung zum Roman abgebe, stelle ich dieses Mal gleich meinen größten Kritikpunkt voraus: "Nymphenblut - Die Gefolgschaft" ist eindeutig zu kurz!

Sind die Charaktere nicht tief genug? Die Stimmung kommt nicht rüber? Die Handlung zu platt? Keineswegs. Mir hat der Roman so gut gefallen, dass ich ihn in vier Stunden gelesen hatte. Er war viel zu schnell zu Ende. Dennoch fehlt nichts. Die Charaktere haben jeweils ihre eigene, ausgefeilte Geschichte, die dann in der Gegenwart zum Konflikt führt. Fast (aber wirklich nur fast, dass muss man nun schon sagen) wie in einer griechischen Tragödie. Die Handlungsmotive sind gut nachvollziehbar, ohne dass die Beschreibung der Einzelschicksale zu weit von der eigentlichen Geschichte wegführen würden.

In den verbotenen Katakomben von Paris hat sich ein wahres Heer von Vampiren aus Angst vor Vampirjägern in die Obhut des Anführers Lucien und seinen Evocati, seinem engsten Kreis, begeben. Doch was ist der Preis der Sicherheit? Die Vampire darben in ihren Särgen, abhängig von winzigen Blutrationen, die ihnen täglich eingeflößt werden. Zum Sterben zuviel, zum Leben zu wenig. In dieser Situation wird Adam erweckt und in den Kreis der Evocati aufgenommen. Doch durch seine Vergangenheit ist er dazu getrieben, Lucien zu vernichten. Schon bald nach seiner Einführung in den Zirkel ergibt sich eine Gelegenheit dazu. Denn Lucien selbst kann sich ebensowenig von seiner Geschichte loslösen und wird ausgerechnet von einem menschlichen Mädchen hart auf die Probe gestellt.

Mit der Erweckung Adams kommt also die ganze Geschichte in Gang und nimmt auch rasch Fahrt auf. Es wird sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten, sondern die Story folgt von Beginn an strikt einem roten Faden und bleibt gänzlich ohne Leerlaufphasen bei der Sache. Natürlich könnte man das ein oder andere vielleicht ausführlicher beschreiben. Aber auch so fehlt nichts. Man versteht die Zusammenhänge problemlos, nimmt sie in sich auf und treibt unaufhaltsam dem Höhepunkt zu. Dabei bleibt die Erzählung auf einem konstanten Spannungslevel und das Handeln der Figuren ist nicht hervorsehbar, aber auch nicht zu unglaubwürdig.

"Nymphenblut" ist eine runde Sache und auf alle Fälle lesenswert. Ich hoffe, dass ich vom offenen Ende nicht enttäuscht werde und weitere Bände folgen. Denn in den Pariser Katakomben gibt es mit Sicherheit noch viele Geheimnisse zu lüften.

Erscheinungsdatum: Dezember 2014

Kommentare:

  1. Danke für die schöne Rezension :) Ich habe das Buch gleich in die Liste mit Vampir-Buchtipps aufgenommen. Das klingt nach einer spannenden Geschichte.

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  2. Hallo :)
    eine toll Rezi, macht Lust das Buch zu lesen! Es steht jetzt schonmal ganz weit oben auf meiner Wunschliste! Jetzt brauch ich nur noch Lesezeit...

    Liebe Grüße

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