Sonntag, Februar 08, 2015

Lilly Labord: Kein Brautstrauß für Vampire

Mal eben zwei Stunden Zeit? Dann kann ich "Kein Brautstrauß für Vampire" durchaus empfehlen. Allerdings mit einem gewichtigen Aber für Vampirfans. Denn trotz des Titels spielen Vampire keineswegs die Hauptrolle in dem Roman, was mich als Vampirjägerin dann doch enttäuscht hat.

Lilly Labord wird gefeuert. Unter der Anleitung ihres Ex-Dämonen-Freunds gründet sie eine Partnervermittlung für paranormale Wesen. Die ersten Klienten werden ihr von eben diesem Ex zugespielt, denn Lilly selbst ist ein gewöhnlicher Mensch, der nicht einmal besonders viel von der Schattenwelt weiß und erst in diese hineinwachsen muss. Daneben hat sie sich mit der Anti-Pa auseinanderzusetzen, einer Organisation, die sich der Auslöschung der Paranormalen verschrieben hat.

Ach halt, war da nicht schon etwas bei einer anderen Autorin? Ja, bei Kay Noas "Vampire Beginners Guide"-Reihe, richtig! Tatsächlich decken sich einige Figuren der beiden Autorinnen (wenn es denn wirklich zwei sind), die eine gemeinsame Schattenwelt geschaffen haben. Diese Idee finde ich persönlich sehr schön und deshalb fiel mir der Einstieg in "Kein Brautstrauß für Vampire" auch nicht schwer, denn ich kenne ja eben alle bisherigen Bände des Vampire Guide. Wenn ich andere Rezensionen auf Amazon zu Lilly Labords Roman lese, habe ich scheinbar auch die richtige Reihenfolge erwischt. Die Schattenwelt ist mir bereits bekannt, ich kenne die Wesenszüge der verschiedenen Schattenwesen und auch deren Vorlieben. Ohne dieses Vorwissen scheint es für manche Leser nicht so leicht zu sein, einige Begriffe, die hier scheinbar nebenbei erwähnt werden, richtig einzuordnen. Auch werden größere Ereignisse in München am Rande erwähnt, was vielleicht frustrierend sein könnte, wenn man Kay Noas Reihe nicht gelesen hat, in der ebendiese Ereignisse passieren.

"Kein Brautstrauß für Vampire" lässt sich leicht lesen, aber zu genau darf man nicht über den Inhalt nachdenken. So stellt man fest, dass es zwar zu einer erfolgreichen Partnervermittlung kommt, aber die Protagonistin ist daran eigentlich weniger beteiligt. Dass sie sich in einen Klienten verlieben soll, wie es im Klappentext angedeutet wird, kann man ebenso nicht zweifelsfrei feststellen. Die Sorgen des verwitweten Werwolfs hingegen fand ich sehr witzig.

Irgendwie erscheint mir der Roman als Zusatz zu Kay Noas Reihe und ich vermute sehr stark, dass sich hinter dem Pseudonym Lilly Labord auch Kay Noa versteckt. Denn die Parallelen sind nicht nur inhaltlich festzustellen (und hier könnte ja wirklich eine Absprache erfolgt sein), sondern auch sprachlich ähneln sich die Romane wirklich sehr. Darüber hinaus ist die Textformatierung, soweit ich das feststellen konnte, identisch... Vielleicht sollte ich die SE Schatten mal auf diesen Fall ansetzen...

Erscheinungsdatum: Juli 2014

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