Freitag, Februar 06, 2015

Stephenie Meyer: Biss zur Mittagsstunde

Twilight-Fans. Im zweiten Teil wird der Startschuss für die Teambildung gegeben. Welchem Team ich mich anschließen würde? Team Edward - was aber rein gar nichts mit der Darstellung von Jacob zu tun hat. Ich bevorzuge eben Vampire. Sich für Jacob zu entscheiden, ist gerade im zweiten Band sehr nahe liegend. Bella wird von Edward nämlich sitzen gelassen und ich gebe es zu, als ich "Biss zur Mittagsstunde" das erste Mal gelesen habe, habe ich an dieser Stelle geweint. Die ganze unzertrennliche Liebe wird in Frage gestellt, obwohl die Beweggründe Edwards nachvollziehbar sind. Zwar etwas zu idealistisch, einen Tick zu gut, aber stimmig. Denn nichts ist Edward in seiner Liebe wichtiger als Bellas Sicherheit. Ihn so handeln zu lassen, mag megaoberkitschig erscheinen, aber es ist konsequent und für die Figur stimmig. Da führt kein Weg daran vorbei. Jacob hingegen füllt die Lücke in Bellas Brust auf eine ganz andere Weise. Freundschaftlich. Leicht. Unbeschwert. Und Bella nimmt seine Hilfe, seine blanke Anwesenheit dankbar an. Ein guter Grund, sich Team Jacob anzuschließen. Denn auch wenn er zum Wolf wird und sie erstmal ebenso sitzen lässt, so ist dieses Verlassen von anderer Qualität. Nicht so endgültig. Er ist schließlich nicht unerreichbar weit weg und das Problem lässt sich doch schnell regeln. Manch einem mag das ganze zu kitschig sein. Ich sehe jedoch darin auch ein konsequentes Schreibkonzept. Das Handeln der Figuren ist nachvollziehbar und dennoch bleibt es spannend. Gibt Bella Jacobs Werben doch noch nach? Obwohl er für sie nicht dasselbe ist wie Edward?

Neben der Dreiecksgeschichte, die im zweiten Teil erst deutlich an die Oberfläche kommt, wird für ein wenig Action einerseits ein übriger Konflikt aus Band 1 aufgegriffen: Victoria, die auf Rache für ihren James sinnt und die Wölfe ganz schön auf Trab hält. Zusätzlich wird ein weiterer Konflikt eingeführt, der für die weiteren Bände von zentraler Bedeutung sein wird: Die Institution der Volturi.
Die verschiedenen Handlungsstänge sind wohl durchdacht, haben einzelne Berührungspunkte, gehen an anderen Stellen scheinbar zusammenhangslos auseinander und sind doch auch wieder geschickt miteinander verwoben. Es gibt in der ganzen Twilight-Reihe keinen Leerlauf. Alles wird auf seine Art von Bedeutung sein. Manches stärker, manchmal weniger stark. Aber alles führt dazu, dass am Ende für jede Figur eine Lösung gefunden sein wird. Man bleibt nicht ratlos zurück. Ein wichtiger Aspekt für mich, warum mich die Reihe nachwievor begeistert.

Erscheinungsdatum: Dezember 2009 (Kindle-Edition)

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