Dienstag, März 17, 2015

Hannah Siebern: Nubila 5 - Die letzte Schlacht

Hm. Nun bin ich durch mit der Reihe. Im letzten Band widersetzen sich also die Aufständischen nun den Ältesten. Daneben entdeckt Kathleen ihre Gabe, von der nun keiner zunächst weiß, ob sie ein Segen oder ein Fluch ist. Letztlich sorgt sie noch für einige Verwirrung und Auseinandersetzungen, von denen ich nicht sicher bin, ob dieses Fass im letzten Band noch aufgemacht werden hätte müssen. Einerseits wird durch diese Gabe der Spannungsbogen noch länger aufrecht erhalten, es bleiben noch mehr Optionen offen, wie vor allem Laneys Verantwortung für den Krieg ausgespielt werden kann. In diesem Zusammenhang ist diese Wendung äußerst sinnvoll. Andererseits rückt sie die Beziehung zwischen Kathleen und Jason nochmals in ein neues Licht. Das Happy End, das die beiden schon in einem früheren Band erfahren haben, wird überschattet und ich weiß nicht, ob mir das so recht gefallen will. Das Ganze rückt dann angesichts des eigentlichen Konflikts in den Hintergrund, obgleich die Thematik eigentlich eine bedeutungsschwere wäre. Für diesen Handlungsstrang bleibt irgendwie ein fader Nachgeschmack, da der Konflikt zwischen den beiden nicht wirklich vollends aufgelöst wird. Für den (vorerst) letzten Band einer Reihe ist das eigentlich schade.

Im Großteil des Romans wird auf das große Ende vorbereitet, wobei letztendlich gar nicht mehr so übermäßig viel passiert. "Die letzte Schlacht" - eigentlich auch die einzige wirkliche Schlacht in der Reihe - bleibt dann relativ unspektakulär. Obwohl ich auch kein Freund von überlangen Kampfszenarien bin, kam mir dann das Ende und der Verlauf des Kampfes doch etwas zu schnell daher. Nachdem so lange darauf hingearbeitet worden ist, bleibt irgendwie ein "Das war's jetzt schon ?" zurück. Vielleicht hätte ich mir von der frisch erwachten Marlene noch mehr erwartet? Dass sie doch noch über die wahren Todesumstände ihrer Tochter aufgeklärt wird und sie somit zu einer entscheidenden Wendung beiträgt? Fest steht, dass diese Figur etwas mehr Handlung benötigt hätte. Schließlich baut sich der Kriegszeitpunkt ja wesentlich auf das Ende ihrer Schlafphase auf... zum Schluss versucht man sich jedoch ins Gedächtnis zu rufen, warum ihre Anwesenheit eigentlich so wichtig sein soll. Während der Kampfszenen könnte man auch durchaus vergessen, dass sie anwesend ist. Das wirkt nicht stimmig.

Eine andere Figur, die zwar selbst nicht als eine der Hauptfiguren betrachtet werden kann, jedoch für dieselben von Bedeutung ist, lässt die Autorin sterben. Die Sinnhaftigkeit dieses Todes erschließt sich mir aber nicht ganz. Inwiefern beeinflusst der literarische Tod das weitere Handeln der Protagonisten? Hat diese Figur überhaupt den Tod verdient? Hat sie sich den Regeln der dargestellten Welt so widersetzt, dass sie scheitern und eliminiert werden muss? Auch hier kommt mir etwas zu wenig.

Insgesamt erscheint mir der letzte Band nach seinen Vorgängern etwas unrund. Manches hätte man durchaus streichen oder zumindest kürzen können, dafür an anderer Stelle etwas ausführlicher werden können. Dem aufmerksamen Leser ist natürlich klar, wie diese Schlacht ausgehen wird, die Spannung im Roman rankt sich eher um die Beziehungen zwischen den Figuren, deren Ausgang keineswegs sicher ist.

Wer die vier Teile zuvor gelesen hat, wird natürlich auch den fünften Teil lesen, das steht außer Frage. Aber gerade im Vergleich zum vierten Band erscheint mir das Finale etwas diffus, an manchen Stellen nicht zielstrebig genug, was einen nach dem Ende in einer Art Ratlosigkeit zurücklässt und doch noch Fragen aufwirft.

Fazit: Auf alle Fälle auch lesenswert, aber im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht ganz so überzeugend.

Erscheinungsdatum: September 2013

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