Donnerstag, März 26, 2015

Laya Talis: Zwischen Göttern und Teufeln - Die Schlacht (Band 4)

Es herrscht Krieg! Unerbittlicher Krieg zwischen den beiden Systemen, zwischen den Menschen und den Vampiren. Mir fällt es echt nicht leicht, nun nicht zu spoilern, es passiert einfach so viel. So viele unerwartete Wendungen, völlig neue Blickwinkel auf einzelne Figuren, man merkt einfach, wie Laya Talis selbst von ihren Kindern Abschied nimmt und jedem einzelnen noch Platz einräumt. Es bleibt in diesem Band nichts mehr offen. Außer vielleicht, wie die neue Weltordnung nach dem Krieg aussehen wird. Wird sie sich wirklich so verändern? Bereits in den Rezensionen zu den anderen Teilen habe ich angemerkt, dass es nicht immer klar ist, wer nun die Guten und wer die Bösen sind, was sich in diesem Teil fortsetzt. Was bleibt? Es bleibt, dass jedes Herrschaftssystem seine Mängel hat. Es bleibt, dass es in jedem System "Figuren" gibt, die einen unersättlichen Machthunger haben und zu unmoralischen und unethischen Mitteln greifen, um die Macht zu sichern. Dabei ist es egal, ob es sich um einen 2000 alten Römer handelt oder um ein Kind der Gegenwart oder um zukünftige Generationen. Und am Ende gewinnt wieder ein System.

Gerade im vierten Band arbeitet Laya Talis Machterhaltungsstrategien wie geplante Hochzeiten, Einsatz von Erben und Erbfolgen ein. Dabei tritt auch wieder ihre wunderbare Recherchearbeit zu Tage. Im antiken Rom war es durchaus möglich, wenn der gewünschte Erbe ausblieb, einen jungen Mann zu adoptieren und als seinen Sohn anzuerkennen, um so die Weiterführung der eigenen Herrschaft zu ermöglichen. Natürlich muss diese Praxis rund um den Römer Marcus stattfinden. Die Machterhaltung der Sanders erinnert mich hingegen etwas an die Nazi-Zeit. Eine neue Rasse soll gezüchtet werden und durch Auswahl der passenden Geschlechtspartner soll besonders starker und fähiger Nachwuchs "produziert" werden. (In der Nazizeit gab es die "Lebensborn e.V." - Frauen und Männer, die dem arischen Ideal entsprachen, sollten hier die ideale deutsche Jugend zeugen. Das Programm wurde jedoch eingestellt, weil es nicht den Moralvorstellungen der Bevölkerung entsprach.)

Auch die Notwendigkeit von Krieg ist Thema. Wie lange kann eine friedliche Lösung verfolgt werden und was bedeutet es für die Bevölkerung, wenn Krieg herrscht. Inwiefern werden Kollateralschäden in Kauf genommen? Und: Wie stellt man sich Krieg vor und wie sieht er tatsächlich aus?

Neben vielen spannenden Elementen arbeitet die Autoren sehr gewichtige Themen auf. Im Grunde zeigt sie mit ihrem Ende auf, dass sich alles immer wieder wiederholt. Nur die Ausgestaltung unterscheidet sich, wenn auch die meisten Grundzüge gleich oder zumindest ähnlich sind.
Wie auch die anderen drei Teile hat mich das Finale der Reihe begeistert. Die gesamte Reihe ist unbedingt lesenswert. Und wieder muss ich sagen: Hoffentlich schafft es die Reihe irgendwann auf die Leinwand! Ich gehe in die Premiere.

Erscheinungsdatum: März 2015

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