Sonntag, März 22, 2015

Nico Weinard: Chronik von Chiara IV

Nico Weinards Gesellschaftskritik geht mit der vierten Episode der "Chronik von Chiara" in eine neue Runde. Chiara macht sich nun auf den Weg, sich an den Danistakraten zu rächen. Da sie jedoch nur den Zeitpunkt des großen Treffens, nicht aber den Treffpunkt ermitteln kann, heuert sie bei einem Boten der Danistakraten als Leibwache an, der sie zum verborgenen Treffpunkt führt. Dabei muss sie sich eingestehen, dass die geheimen Verstrickungen nicht nur Schwarz und Weiß zu sehen sind, sondern es durchaus Abtönungen dazwischen gibt. Am Ende offenbaren sich ihr Erkenntnisse, mit denen sie wohl nicht gerechnet hätte. Wer beherrscht wen? Und ist man sich der Fremdbestimmung überhaupt bewusst? Inwiefern ist Chiara selbst durch ihre vampirische Natur fremdbestimmt, die sich in manchen Situationen nur schwer verschließen lässt? Wieviel Mensch steckt noch in Chiara? Und brodelt nicht in jedem von uns das Böse unter der Oberfläche? Sind es die eigenen Ideale wert, in den Tod zu gehen oder übernimmt der Überlebensinstinkt die Oberhand? All das sind Fragen, mit denen sich Chiara und ihre Leser auf dem Weg zum Treffen der Wälderberger auseinandersetzen muss und deren Beantwortung nicht immer einfach ist.

Wie auch die bisher erschienenen Episoden beschäftigt sich "Chronik von Chiara" mit finanzpolitischen Themen und deren Auswirkung auf die einfache Gesellschaft. Es wird über Leichen gegangen und in Frage gestellt, wie lange eine friedliche Lösung eine Option ist und ob es nicht letztendlich immer zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kommen muss.

Episode IV ist die bisher längste und erfordert wie der Vorgänger ein gewisses Maß an politischem Interesse, da sonst der Sinn dahinter völlig unverstanden bleibt. Für den anspruchsvollen Leser eine absolute Leseempfehlung!

Erscheinungsdatum: März 2015

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen