Samstag, April 11, 2015

Stephanie Linnhe: Gefährliches Versprechen (Absecon 1)


Wer sich für "Gefährliches Versprechen" von Stephanie Linnhe entscheidet, dem muss im Vorhinein klar sein, dass es sich bei dem Roman sicher nicht um einen Liebesroman handelt. Wer eine Romanze mit ein wenig Action erwartet, ist hier sicher auf dem falschen Dampfer. Vielmehr erinnert mich der Roman an zahlreiche Action-Filme. In den Kopf schossen mir beim Lesen zum Beispiel "Demolition Man" mit Silvester Stallone oder auch "Underworld". Man könnte das natürlich um viele weitere Filme ergänzen.

Der Handlungsaufbau entspricht nämlich einem ganz klassischen Action-Plot. Madison arbeitet für die Untergrundorganisation Absecon, die Vampire illegal außer Landes schafft, da diese sich repressiven Gesetzen beugen müssen, nachdem sie ihre Existenz der Öffentlichkeit offenbart haben. Thematisch befindet man sich also in der Schiene, inwiefern die Menschen Angst vor Andersartigkeit haben, wie fühlende Wesen zum Abschuss frei gegeben werden und welche Rolle dabei Gesellschaft und Staat einnehmen. Darin verflochten sind verschiedene Handlungsmotive, die das Geschehen in sich vorantreiben. Zum einen gibt es da den vampirischen Ältestenrat, der eine Zusammenarbeit mit den Menschen anstrebt, einen "Rebellen", der den Spieß umdrehen und die Vampire über die Menschen stellen möchte, einen Vampire hassenden Polizist, der seine Moralvorstellungen über den Haufen wirft, um seine Karriere voranzubringen und mittendrin eben Madison, die die Vorurteile der Massen hinterfragt und sich den ausgrenzenden Gesetzen der Menschen entgegenstellt.

Bei ihrem ersten eigenständigen Auftrag einen Vampir zur Grenze zu bringen, geht natürlich alles schief, was schief gehen kann und Madison findet sich in dem Karussell der unterschiedlichen Ziele wieder - und selbst handelt sich ja auch nicht völlig uneigennützig. Ihre Mission liefert also den Ausgangspunkt für jede Menge Action. Verfolgungsjagden, Kämpfe, Explosionen und eine frisch gewandelte Vampirin, die es eigentlich  nicht geben dürfte. Eine Action geladene Szene folgt der nächsten - und das muss man halt mögen. Obwohl ich schon über eine gute Vorstellungskraft verfüge, lässt mich diese in Kampfszenen meistens im Stich bzw. mein Interesse daran, es mir so genau wie möglich vorzustellen, ist vielleicht einfach nicht groß genug. Mit jeder Szene habe ich solche Passagen unaufmerksamer gelesen.

Nichtsdestotrotz hat mir der Roman sehr gut gefallen. Die Idee, warum Handlungsbedarf besteht, mag vom Thema her nicht neu sein, aber in der Ausprägung habe ich sie eben noch nicht gelesen. Die Protagonistin ist sehr interessant gestaltet. Sie hebt sich durch ihre Immunität gegen den Vampirblick deutlich heraus und auch ihre Biografie ist außergewöhnlich (hier möchte ich jedoch nicht spoilern), da sie nicht nur die starke Powerfrau ist, die hier alles niedermäht, sondern eben mit einer Vergangenheit zu kämpfen hat, die sich nicht als "Mein Gott, jeder hat sein Päckchen zu tragen" abtun lässt.

Fazit also: Wer gerne actionreiches Kopfkino haben möchte, ist mit "Absecon 1" sehr gut bedient, die Romantiker sollten aber eher die Finger davon lassen, sie werden enttäuscht werden.

Erscheinungsdatum: Juli 2014

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