Donnerstag, Mai 21, 2015

E-Book-Werbung - Meine Do's & Dont's


1. Werbekanäle

Irgendwie möchte ich immer etwas lesen, was noch nicht jeder gelesen hat. Bücher, bei denen sich die Rezensionen bei Amazon noch in Grenzen halten. Warum soll ich noch eine Rezi schreiben, wenn das schon 1000 andere vor mir getan haben? Ich bin nun also verschiedenen Gruppen auf Facebook beigetreten, um mich bewusst von Werbung zuspammen zu lassen.

Aber wie wähle ich denn in der Fülle des Angebotes aus? Nach welchen Kriterien klicke ich mich durch? Wo lese ich nicht mal den Klappentext? Also habe ich mein Verhalten mal wieder unter die Lupe genommen.

2. Dont's

Es gibt verschiedene Gründe für mich, einen Titel einfach zu überscrollen.

  1. Einer davon ist das Cover. Obwohl ich dieses bei meinen Rezensionen nicht bewerte und auch ansonsten nicht sehr hohe Ansprüche daran stelle, schaffen es manche Bücher wirklich, schon allein deswegen nicht von mir gelesen zu werden. Ich will nun hier kein Fass aufmachen, ob es einen Coverdesigner braucht oder nicht. Ich traue es mit den heute erschwinglichen Programmen jedem zu, ein Cover zu gestalten, das zumindest als okay durchgehen kann. Wenn das Cover allerdings aus drei schlecht abgelichteten Fotos besteht, die lieblos in einer Collage mit Paint oder PowerPoint zusammengeschustert worden sind und ich das Gefühl habe, dass ich innerhalb einer Viertelstunde mit meiner Smartphone-Fotobearbeitungs-App ein besseres Cover hinbekommen würde, ja dann fällt das Buch schon mal durch. Für diesen Eindruck braucht es nur wenige Sekunden. Und leider sind das viel mehr Bücher, als ich dachte.
  2. Obwohl ich ja generell gern lese, mag ich es bei Facebook-Posts eher kurz. Wenn ich schon dreimal "Weiterlesen" anklicken muss, ist mir das schon zu blöd und ich scrolle weiter. Der Klappentext lieblos in den Post kopiert? Nein, danke. Für Facebook viel zu umfangreich. Es braucht schon was anderes, um mich zu fangen, den Klappentext kann ich auch auf Amazon lesen. Über die App ist er da auch meist angenehmer zu erfassen als auf Facebook. 
  3. Ebenfalls Zeit- und Platzverschwendung sind Leserstimmen, die betonen, wie toll der Roman sei. Bisher hat noch kein Autor den Mut besessen, in seine Werbung negative Kritik einzubauen, um das Ganze etwas interessanter zu gestalten. Schade. Das würde ich vermutlich lesen wollen. Aber ansonsten kann sich der Autor seine Leserstimmen schenken. Da kann er genausowenig überzeugend schreiben "Ein tolles Buch, das man unbedingt lesen sollte!" Den Autor möge mir man zeigen, der von seinem Buch öffentlich behauptet, dass es nicht gut sei. Interessanter machen das Buch diese positiven Meinungen auch nicht. Da fehlt es mir irgendwie an Kreativität. Das sticht doch nicht heraus. Obendrein habe ich schon etliche Bücher gelesen, die viele andere überragend gut fanden und ich grottenschlecht. Schlechte Rezis geben mir prinzipiell mehr Informationen als gute, weswegen ich immer beim einen Stern zu lesen anfange... 
3. Do's

Aber was fesselt mich nun? Was lässt mich innehalten?

  1. Die Angabe des Genres: Ich weiß ziemlich genau, was ich gerne lese und was nicht. Ich mache mir nicht die Mühe, bei jedem Buch herauszufinden, welchem Genre es angehört. Ich will das Genre direkt geliefert bekommen! Nur dann kann ich in Sekunden-Bruchteilen entscheiden, ob ich dein Buch lesen möchte oder nicht. Fehlt die Angabe, klicke ich das Buch eher weg, als mich näher dafür zu interessieren.
  2. Aufreißer: Du bist Autor. Da sollte man doch meinen, dass es dir nicht schwer fallen dürfte, zu deinem Buch einen kurzen, aber provokativen Satz zu formulieren oder ein kurzes Zitat herauszufischen, was mich nachdenken lässt und mich einfängt. Fasse dich kurz!
  3. Verkaufslink: Lieber Autor, du erwartest von mir, dass ich mir deinen Namen UND den Titel merke und ihn alleine bei Amazon suche? No way, mein Guter. Das musst du mir schon vor die Nase setzen. Je weniger Klicks ich brauche, um dein Buch in den Warenkorb zu befördern, umso wahrscheinlicher landet dein Buch auch auf meinem Kindle!
  4. Preis/Kindle unlimited: Da ich persönlich ja nun vor allem auf der Jagd nach KU-Titeln bin, wäre mir natürlich auch diese Angabe lieb - oder aber zumindest der Preis... Wobei ich bei diesem Punkt durchaus nachvollziehen kann, dass man dem Leserwunsch nicht nachkommt. Wenn sich der potenzielle Leser schließlich bis zum Händler durchklicken muss, um den Preis zu erfahren, dann kauft er vielleicht auch gleich. Ein seiner Meinung nach zu hoher Preis lässt ihn vielleicht gleich abbrechen... Ausnahme: Werbepreis! Unbedingt die Ersparnis angeben, am besten noch ungefähr wie "Für die Hälfte!" Das lässt den Käufer ja immer glauben, ein Schnäppchen zu machen und dass er die Gelegenheit beim Schopfe packen müsse.
Viele Punkte sind es also eigentlich nicht, die darüber entscheiden, ob ich den Titel überhaupt genauer wahrnehme. Werbung muss für mich kurz, knapp und provokativ sein. Dann stehen die Chancen schon mal nicht schlecht.

Bildnachweis: FreeImages.com / Johnny Magnusson

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