Sonntag, Juni 28, 2015

Jutta Ahrens besticht mit solidem Schreibhandwerk - Die Bluttrinker (Anamarnas Prophezeiung 2)

Bei Jutta Ahrens weiß man einfach, was man hat. Das kann ich nach dem dritten Titel, den ich nun von ihr gelesen habe, nur betonen. Sie verzichtet auf unnötige Beschreibungen, jeder Satz trägt das Geschehen weiter. Sie lässt den Leser in ihre Fantasy-Welt eintauchen, ohne auf Schachtelsätze à la Thomas Mann zurückgreifen zu müssen, sondern beweist, dass die Stimmung auch nur durch das Vokabular erzeugt werden kann. Der Roman lässt sich also insgesamt flüssig lesen. Die Handlungsstricke sind nicht so verflochten, dass keiner mehr durchblickt, sondern weisen genau das richtige Maß an Spannung auf. Wer also stets bei einem Selfpublisher zweifelt, was die Qualität angeht, kann hier getrost zugreifen.

Kurzbeschreibung
Lukir erträgt sein Leben als Bluttrinker nicht mehr. Da eröffnet sich ihm ein Ausweg, der aber auch seinen Tod bedeuten könnte. Taswinder hingegen genießt seine Unsterblichkeit. Sein Begehren richtet sich jetzt auf die magischen Steine der Chalamyden, die ihrem Besitzer übermenschliche Macht verleihen. Doch Aryon und Rymor durchkreuzen immer wieder seine Pläne. (Quelle: Amazon)

Bewertung

Mir hat es besonders der humanistische Denkansatz angetan, mit dem verschiedene Regierungsstile unter die Lupe genommen werden. Außerdem wird diskutiert, inwiefern sich ein Volk in die Belange eines anderen einmischen darf und welche Gefahren dies birgt. Es bedarf hier keinen großen Sprung, um die Aktualität zu erkennen, genausowenig um die Parallelen zum politischen Ränkespiel zu entlarven. Dennoch erscheinen diese Komponenten keineswegs aufdringlich. Es steht dem Leser frei, seine Schlüsse zu ziehen. Er kommt aber auch ohne sie aus.

Beim ersten Teil hatte ich noch angemerkt, dass die homoerotischen Szenen nicht meins seien. Was soll ich sagen. Man gewöhnt sich an alles und diese ästhetisch ausgestalteten Passagen gehören halt einfach zu der Ahrens. Ich muss es nochmal betonen. Die Sexszenen sind sehr ästhetisch gestaltet und nicht um ihrer selbst eingebaut, sondern notwendig für das Geschehen. Langweilige Vögelei, die sich über Seiten hinzieht und keiner weiß, warum überhaupt? Hier sicher nicht.

Der zweite Teil von Anamarnas Prophezeiung ist ein kurzweiliger Roman, der sehr empfehlenswert ist.

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