Mittwoch, Juli 08, 2015

[Diskussion] 8 Do's & Dont's bei Posts für Autoren

Die Posting-Nervensägen in den sozialen Netzwerken kennen wir alle. Nun stehst du als Autor vor dem Dilemma, dass du dich ja einerseits regelmäßig hervortun solltest, um nicht vergessen zu werden, andererseits willst du deinen potenziellen Lesern aber auch nicht auf den Sack gehen.

Ich gebe es zu, so mancher Autor geht mir auf mit seinen Posts gewaltig auf die Nerven. Hier habe ich zusammengestellt, was für mich wirklich gar nicht geht.

Dont's

1. Guten Morgen/Schönen Tag/Gute Nacht/Schönes Wochenende-Poster

Klar, du hast am Montagmorgen keinen Peil, wie du deine Fangemeinde aktivieren sollst. Aber ein nettes Guten Morgen mit einem süßen Katzenbildchen geht doch immer! Ja,... leider. Es ist ja überaus freundlich von dir, deine gesamte Fangemeinde begrüßen zu wollen und einen freundlichen Eindruck machen ist auch nicht falsch. Das große Aber: Du bist nicht der einzige, der auf diese Idee kommt. Wem sonst nichts einfällt, wünscht einen Wasweißich. Es gibt Tage, an denen ist mein Stream nur voll mit solch frommen Wünschen. Ich kann dann nur noch mit den Augen rollen. Denn es steckt null Inhalt, null Mehrwert dahinter. Es ist einfach nur Spam.

2. Angedeutetes Gejammer

Ja, manchmal will man sich einfach nur auskotzen. Aber überlege dir gut, ob dein Problem öffentlichkeitstauglich ist. Willst du das wirklich auf Facebook breit treten? Denn wenn nicht, ruf deine Mutter oder deine beste Freundin an oder geh ein Bier trinken... oder zwei. Denn nichts nervt mehr als Alles-ist-doof-Posts, die nach Aufmerksamkeit schreien und man nie erfährt, worin das Problem denn nun besteht. Nach dem Absetzen des Posts ist der Autor nämlich meistens unauffindbar, während sich die Oh, was ist denn los?-Kommentare häufen. Wenn du dich öffentlich betüteln lassen will, dann sag auch, was Sache ist! DHL? Bahn? Piloten? Du findest derzeit bestimmt viele Gleichgesinnte!

3. Leseproben

Naja, nicht jede Leseprobe ist schlecht. Die meisten sind halt viel zu lang. Da klickt der Leser nach ein paar Zeilen einfach weg oder fängt gar nicht an zu lesen. Bei der Auswahl deiner Textschnipsel solltest du unbedingt darauf achten, dass dem Leser dein Roman nicht so präsent ist wie dir. Je nachdem, wo er sich gerade befindet, hat er auch nicht immer die Lust, sich einzudenken. Mich persönlich sprechen geheimnisvolle Kurzzitate noch am besten an. Ich brauche a) nicht viel lesen und werde b) auch noch neugierig gemacht - im Idealfall. Wenn ich auf Weiterlesen   klicken muss, scrolle ich weiter und deine Mühe war umsonst.

4. Kennst du schon mein Buch?

Alles und jeder Post dreht sich nur um deinen Roman. Aber bedenke unbedingt: Deine Leser kennen deinen bereits erschienenen Roman bereits, sonst hätten sie wohl kaum deine Fanseite gefunden und geliked. Du erzählst ihnen also mit deiner Eigenwerbung nichts Neues! Pass auf, dass es nicht irgendwann heißt "Ah, der/die schon wieder... " Natürlich darfst du dein Buch bewerben. Aber als Regel wird eine 80-20-Aufteilung empfohlen. 20% Eigenwerbung, 80% andere Inhalte.

Aber was nun als andere Inhalte nehmen, wenn nicht stehlen? Was lässt dich interessant wirken?

Do's

1. Privates und Positives

Damit sind Dinge gemeint, die dich persönlicher erscheinen lassen, als Mensch wie du und ich - kein unnahbarer Autor. Der Grat ist aber schmal! Du willst auch nicht zuviel von dir preisgeben und das ist dein gutes Recht. Gleichzeitig sollst du nicht protzig wirken und Neid wecken. Wer will denn schon deine Bücher kaufen, wenn du es offensichtlich eh nicht mehr nötig hast, etwas zu verdienen? Also lass die Bilder von Luxusartikeln lieber weg, es sei denn, du betonst, wie außergewöhnlich deren Anschaffung auch für dich ist... und selbst dann. Die Menschen sind einfach neidisch.

2. Missgeschicke

Missgeschicke machen sympathisch. Vor allem, wenn man noch über sich selbst lachen kann. Sie zeigen ebenfalls, dass du ein ganz normaler Mensch bist und nicht immer alles glatt läuft. Man kommt darüber ins Plaudern, findet Gleichgesinnte und genau das willst du damit erreichen. Nicht vergessen!

3. Flagge zeigen

Was auch immer dir wichtig ist, stehe dafür ein. Nimm auch ruhig auf das aktuelle Tagesgeschehen Bezug. Zeige, dass du nicht nur in deiner Traumwelt lebst, sondern auch Anteil am richtigen Leben nimmst. Ich persönlich kann zwar Tränendrüsen-Geschichten nicht leiden, aber viele scheinen darauf anzuspringen. Es entsteht immer der Eindruck, dass Empörung in einem gewissen Fall zur political Correctness gehört - egal, was die Vernunft sagt. Kannst du also gerne machen, aber wie bei allem, was du im Internet treibst: Sei authentisch! Man wird dich schnell durchschauen, wenn du etwas nur aus Like-Sammelei betreibst und nicht dahinter stehst - und dann machst du dich lächerlich.

4. Teilen

Mache es dir nicht schwerer als nötig. Du musst nicht immer selbst aktiv werden, sondern kannst auch getrost die Beiträge von Kollegen oder Seiten teilen. Etwa lustige Spruchbilder, Zitat-Bilder oder einfache Statusbeiträge, sofern sie dich auch selbst ansprechen. Wichtig ist nur, dass du wirklich weiterteilst, sodass der Urheber ersichtlich ist.

Im Grunde gibt es aber nur ein wahres Do: Abwechslung.
Du kannst auch meine angeführten Dont's getrost verwenden, solang du auf Abwechslung achtest und es nicht jeden Tag dasselbe ist. Außer angedeutetes Gejammer, das geht wirklich gar nicht...

Bildnachweis: FreeImages.com / Johnny Magnusson

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