Montag, Juli 13, 2015

[Rezension] Großes Thema fluffig leicht? - St. Peter's Callin' (Udo Kübler)

Was kommt eigentlich danach? Wonach? Na, nach dem Tod? Woher soll ich das denn wissen. Ich lebe ja noch... 

In seiner jüngsten Kurzgeschichte konfrontiert Udo Kübler seinen Protagonisten Jonathan mit dieser Frage und es wäre kein Kübler, wenn dies auf alt hergebrachte und konventionelle Weise geschähe. 

Der Tod ist eine ernste Sache - darf man darüber Witze machen? Darf man damit einfach so fluffiglockerleicht umgehen, dass lila Kühe glatt zu fliegen anfangen? Ich finde, man darf. Man muss ohnehin viel zu häufig eine ernste Miene aufsetzen und betroffen sein. Dabei weiß doch keiner, was kommt.

Wer aber bei diesem Thema weinen und plärren will, sollte den Kübler lieber stehen lassen. Nicht umsonst heißt es nämlich "tot lachen" und nicht "tot weinen". Udo Kübler versteht es wieder einmal vortrefflich, seine Leserschaft zu unterhalten. Seine philosophischen Ansichten zu dem Thema werden dem Leser fast nebenbei beigebracht. Und für alle, die es so direkt nicht verstanden haben, was der Kübler eigentlich von ihnen will, gibt es natürlich das obligatorische Zwiegespräch zwischen Jonathan und Udo im Thelma's. Ich liebe es einfach! Für mich sind Udo Küblers Texte immer ein bisschen wie ein Rätsel. Sie sind äußerst anregend fürs Gehirn und am Ende wird man aber nicht am Bahnhof stehen gelassen, sondern bekommt eine Auflösung präsentiert. So unscheinbar das wirken mag, für mich ist das großes Kino - man könnte schon fast sagen, ja doch, das ist Kunst - unterhaltsame Kunst!

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