Donnerstag, August 06, 2015

[Diskussion] In der Kürze liegt die Würze!

Nachdem ich ja meinen Feedreader nun ausgiebig zum Stöbern nutze, ist mir aufgefallen, dass ich sehr viele Artikel gar nicht zu Ende lese. Mich langweilen Ausschweifungen oder lange Vorreden, bevor das eigentliche Thema angesprochen wird. Das Medium spielt dabei keine Rolle.

Kommen die meisten einfach nicht zum Punkt oder versuchen sie den SEO-Rat zu beherzigen, dass längere Posts besser sind?

Ich kann nur sagen, dass ich durch Feedback aus dem "real life" festgestellt habe, dass kürzere Posts lieber gelesen werden. Am Anfang habe ich viel zu oft gehört: "War gut geschrieben/hat mich interessiert, aber dann habe ich gesehen, wie viel noch kommt."

Ein Seitenklick heißt nämlich nicht, dass tatsächlich gelesen wird. Ein Like in den sozialen Netzwerken heißt nicht, dass tatsächlich gelesen wird. Mein Social-Networking-Versuch hat gezeigt: Viel Interaktion passiert nur aus Gefälligkeiten und gegenseitiger Unterstützung heraus - so dass es zumindest so aussieht, als wäre man erfolgreich, beliebt oder was auch immer. Aber ist es das, was ich wirklich will? Dass es so AUSSIEHT? Nein. Ich will keine leeren Likes, ich will gelesen werden - da nehm ich es auch in Kauf, keine Like-Rückmeldung zu erhalten. Ja, es gibt viele, die auf einen Like verzichten, um keine Spuren in den Netzwerken zu hinterlassen. Wenn ich mich also kürzer fassen muss, um gelesen zu werden, dann fasse ich mich eben kürzer. Das ist kein Hexenwerk und bedeutet keinen Verrat an sich selbst.

Kürzere Posts lassen sich durch Überarbeitung und anderer Satzstellung mit dem gleichen Inhalt verfassen. Der erste Absatz zum Beispiel war in der ersten Fassung über doppelt so lang. An Aussage hat er aber nichts eingebüßt.

Für Autoren gilt, dass jeder Satz zur Prämisse des Buches beitragen muss. Ansonsten kann er weg. Für Blogger gilt das gleiche. Passt dein Satz zum Titel, darf er bleiben. Passt er nicht, muss er weg. So einfach ist das.

Bildnachweis: FreeImages.com / Miholz

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