Donnerstag, August 13, 2015

[Diskussion] Wer liest Rezensionen?


In meiner Reihe zum Social Networking habe ich ja unter anderem versucht den Rat zu befolgen, andere Blogs zu lesen. Für mich war es äußerst schwierig, Beiträge zu finden, deren Titel mich gleich gefangen nahm. Rezensionen kommen nämlich ziemlich langweilig daher. Da wird in aller Regel der Autor und der Romantitel als Überschrift gewählt. Sonst nix. Kein Hinweis darauf, ob das Buch besonders gut oder besonders schlecht gefunden wurde. Nix. Einfach nur Autor und Titel. Das brachte mich echt zum Nachdenken. Denn ich selbst baute meine Titel ja genauso auf und wunderte mich, dass da eigentlich keine Rückmeldung kommt. Wenn ich also selbst meine eigenen Rezensionen nicht lesen würde, warum sollte es ein anderer tun?

Überhaupt werden meine Rezensionen von allen Beiträgen am wenigsten frequentiert - was für einen Rezi-Blog echt armselig ist. Also gehe ich auf die Suche nach dem Warum.

Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht dem allgemeinen Usus folge. Ich verzichte auf die Angabe des Verlages, der Seitenzahl, der ISBN-Nummer, der Sprache, das Cover bewerte ich auch nicht und ich bin sogar zu faul, den Klappentext zu kopieren. Wobei zu faul trifft es ja nicht. Ich dachte nur immer, dass die Leute den Klappentext wahrscheinlich schon gelesen haben, wenn sie nach weiteren Informationen suchen. Erst später dämmerte es mir, dass man ja vielleicht auch auf Blogs stöbert, um neue Titel zu finden und dann wäre ja ein Klappentext doch hilfreich... oder zumindest eine eigene Kurzbeschreibung.

Vielleicht greife ich Kritikpunkte auch zu detailliert auf, werde zu fachlich, sodass es keine Sau mehr interessiert - aber wie soll man das entscheiden können, wenn eine Rezi gar nicht angeklickt wird?

Vielleicht habe ich das Ganze etwas zu ernst genommen? Wobei gerade ja die Autoren meine detaillierte Rückmeldung zu schätzen wussten... In den jüngsten Rezensionen habe ich mich daher um einen leichteren Ton bemüht, der das Lesen der Rezi schon zu einem Erlebnis machen soll (zumindest zu einem kleinen).

Für die Leser sind meine Rezis zu lang, zu spitzfindig. Wer wirklich nach neuem Lesefutter sucht, will doch eine kurze und prägnante Einschätzung. Der liest sich doch nicht meinen ganzen Wust durch... Deshalb bin ich neuerdings sehr darum bemüht, mich kurz zu fassen. Was scheinbar besser ankommt.

Bildnachweis: FreeImages.com / Ricardo Vasquez

Kommentare:

  1. Interessant wie du deine Rezis schreibst. Sieht auf den 1. Blick aus wie bei Amazon, nur länger. ^^
    Ich glaube ja - ich lese und schreibe selbst Rezensionen, dass die Leser einfach nur schnelle Infos haben wollen und nicht alle Fakten in einem langen Text suchen wollen.

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie bei Amazon :D Seh das als Kompliment, denn diese Art kennen die Leser dann. Ich denke auch, kurz und prägnant punktet mehr als lang und ausführlich.

      Löschen
  2. Hey :)

    persönlich mag ich die Rezensionen, die die bibliographischen Angaben haben. Was ich nicht so sehr mag sind meist die Rezensionen vom großen A. Meist sind sie nämlich nicht das, was ich von einer Rezension erwarte. Wenn sie nämlich nur aus einer Wiedergabe des Inhalts ist, finde ich sie eher langatmig, wenig informativ. Ich mag es da, so wie ich sie schreibe, sehr ausführlich. Ich will nicht den Inhalt wissen, sondern ob die Figuren tief sind, ob sie sich entwickeln. Wie sie mit dem Plot zusammenhängen und wie sich dieser selbst entwickelt. Ob alles in sich geschlossen aufgebaut ist, ob es nachvollziehbar ist und ja, auch, ob der Stil des Autors eher beschreibend , einfach oder hochgeschwollen daherkommt.
    Weswegen also die bibliographischen Angaben? Ich will die Seitenzahl wissen, woraus sich ableiten lässt, ob es eine Kurzgeschichte ist. Will wissen, wo es erschienen ist und wie die ISBN ist. Wenn es mir gefällt, will ich die Kurzbeschreibung des Klappentextes wissen. Will wissen, ob sich das deckt. Auch was der Verlag dazu schreibt. Und einen Link zum Kauf sollte auch darin vorhanden sein (für mich am Besten immer zum Verlag).

    Ich denke, es gibt sie, diejenigen, die gerne kurze und nicht fachlich ausgedrückte Rezensionen lesen. Persönlich kann ich mit diesen kaum etwas anfangen, was wohl auch daran liegt, dass ich bevor ich selbst Rezensionen geschrieben habe, Feuilletonbesprechungen gelesen habe.
    Ich denke, es kommt darauf an, auf was man Wert legt. Was einem gefällt und wie genau man etwas wissen möchte.
    Zum Test habe ich mir einmal deine Rezensionen durchgelesen. Sie wären nicht so meins. Persönlich finde ich sie zu ungeordnet. Du gehst zwar nach einem Schema vor, aber ich mag Gliederungen und Einteilungen, bei welchen ich sofort sehe, welches Thema gerade angesprochen wird.
    Du siehst, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    LG
    Sarah

    P.S.: Deine Diskussionen finde ich hingegen sehr aufschlussreich ;)

    AntwortenLöschen
  3. Also ich finde diese Diskussion super und lehreich. Ich finde zB. Vergleiche zu anderen Büchern oder zu ev. Verfilmungen sehr gut.....
    LG Livia

    AntwortenLöschen
  4. Ich muss sagen, dass ich Rezensionen grundsätzlich sehr gerne lese. Deine übrigens auch :) Zum Kommentieren komme ich aus Zeitgründen aber nicht so oft, weshalb ich dann auch manchmal viele ältere Beiträge auf einmal kommentiere. Über bibliografische Angaben freue ich mich allerdings immer, vor allem über eine Reiheninformation bei Buchreihen und über eine ISBN-Nummer, weil ich mir vor dem Büchereinkauf auf meiner Wunschliste auch immer die ISBN-Nummer notiere. In manchen Geschäften finden sie die Titel ohne dieser nämlich nicht immer gleich auf Anhieb. Wenn ich online bestelle, sind die Angaben aber auch hilfreich.

    Es gibt aber auch Rezensionen, die ich gar nicht lese. Wenn Blogger in Rezensionen nur den Inhalt nacherzählen oder zu viel Spoilern, lese ich die Rezis nicht mehr. Zum Glück kommt das nicht allzu oft vor :)

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Katharina

    AntwortenLöschen