Freitag, August 28, 2015

[Rezension] Humor, Liebe & Action - Kay Noa unterhält mit Agentin 006y

Auch in ihrem neuen Roman Agentin 006y besticht Kay Noa mit trockenem Humor und unterhaltsamem Wortwitz. Wie schon in den Vampire Guides rasselt die Protagonistin eher ungewollt in das Geschehen hinein und boxt sich auf sehr sympathische Art und Weise durch. Sympathisch deshalb, weil Kay Noas Protagonistinnen niemals überhöht werden. Sie sind Menschen wie du und ich und laden zum Identifizieren ein. Sie haben Makel und Schwächen, machen Fehler und es wird gemeinsam mit ihnen über Super-Women abgelästert.

Wie der Titel schon nahelegt, enthält Agentin 006y jedoch deutlich mehr Sex als die Vampire Guides. Gar nicht mal so ungeschickt, zum Erscheinen von Grey mit einem Sexroman aufzuwarten, der die gängigen Klischees durch den Kakao zieht und mit einer wirklichen Story viel mehr Action bietet - wobei auch dabei Klischees aufgegriffen und auseinander genommen werden. Ich finde das eine sehr unterhaltsame Kombination, wie Kay Noa typische Szenen aufgreift, weil sie eben zum Genre gehören, sich aber genauso darüber lustig macht, wie ich es mir häufig beim Lesen denke. So fällt zum Beispiel der Begriff "Liebesgrotte", den ich ja ganz furchtbar finde. Doch bevor ich mir Gedanken machen muss, dass gerade Kay Noa solch ein Vokabular benutzt, lässt sie ihre Prota darüber lachen und meine Welt ist wieder in Ordnung. Wer genau hinsieht, bemerkt auch den Schreibprozess selbst. Abwägungen zwischen Formulierungen, die gleichsam den Bedeutungsunterschied hervorheben. Neben der Unterhaltung auch hoch interessant für mich.

Und das macht Kay Noas Bücher auch aus. Bei allem Wortwitz und aller Leichtigkeit, bleibt das Gewicht dennoch nicht auf der Strecke. Beim Showdown wartet ein wirklicher Hammer, den man so in dieser Art Roman nicht erwartet hätte.

Das einzige, was ich bemängeln muss, ist das nicht so zuverlässig durchgeführte Korrektorat, wie ich es gewohnt bin. Es ist zwar nicht so, dass das Buch vor Fehler strotzt, aber kleine Nachlässigkeiten in Form von Tippfehlern fallen doch so ins Auge, dass sie nicht ignorierbar sind. Da ein Leerzeichen vergessen, dort ein Buchstabe zuviel und einmal sieht man wirklich, wie der Text überarbeitet wurde. Es bleibt nämlich ein halber, alter Satz stehen.

Insgesamt wieder ein sehr lesenswerter und unterhaltsamer Roman von Kay Noa.

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1 Kommentar:

  1. Ich hab grade meine Rezi fertig getippt und stelle fest: Ich mag den Humor auch, aber einige Szene sind bei mir weniger ironisch angekommen. Ich fand die Idee mit dem Tanzen sehr schön :-) Beim Lektorat... es gibt Schlimmeres :P

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