Donnerstag, Oktober 08, 2015

[Diskussion] Mit G+ potenzielle Leser finden

Bild: FreeImages.com / Frisee Max
Facebook kennt jeder. Aber kennst du auch schon G+? Das soziale Netzwerk von Google? Ich empfinde das Netzwerk immer als eine Mischung aus Facebook und Twitter. Und genau darin liegt der Vorteil, wenn man auf der Suche nach potenziellen Lesern ist. Manch einem mag die im Folgenden geschilderte Methode etwas befremdlich erscheinen, aber am Ende gibt es noch eine abgemilderte Form.

Voraussetzung ist jedoch, dass es sich wirklich nur um die Generierung von potenziellen (!) Lesern handelt und nicht darum, neue Freunde zu finden, was auch immer man unter einem Freund verstehen mag.

Auf G+ kann man Leuten folgen, wie man es von Twitter kennt. Fügt man Leute seinen Kreisen hinzu, wird man häufig auch selbst in deren Kreise aufgenommen. Kreise sind Personenlisten, die man nach Interessengebiet oder Beziehungsgrad erstellen kann. "Familie", "Freunde" und "Bekannte" sind Beispielsweise vorgegeben. Im Folgen und Zurückfolgen liegen die potenziellen Leser versteckt.

Man fügt also Menschen mit gleichem Interesse hinzu und wartet ab, was passiert. Wo findet man die? In entsprechenden Gruppen. Hast du damit erst einmal begonnen, liefert dir Google täglich neue Vorschläge für deine Kreise. Vielen widerstrebt es, einfach so Leute hinzuzufügen, ohne etwas von ihnen zu wissen. Andererseits: Wie lernt man denn neue Leute kennen? Immer warten, bis sie auf einen zukommen? Warum nicht der sein, der auf andere zugeht?

Man geht keinen Bund für die Ewigkeit ein. Wenn es nicht passt, trennt man sich eben wieder. Völlig schmerzfrei. Sehr viel schmerzfreier, als es ein Entfreunden bei Facebook bedeutet. Und genau weil es nicht mit jedem passt, nicht jeder zurückfolgt oder man einfach merkt, dass einen die Beiträge des anderen nicht interessieren und man ja eigentlich hauptsächlich selbst gelesen werden will, immer auf der Suche nach neuen Lesern ist, muss man strategisch vorgehen.

Man legt sich zehn Kreise an, die man einfach durchnummeriert. Dann beginnt man, sie mit Leuten zu füllen. 500 passen in einen Kreis. Wie schnell man dabei vorgeht, ist einem selbst überlassen. Ob man täglich 10, 100 oder 500 Leute hinzufügt, ist letztlich egal, man muss nur bei der Stange bleiben. Je mehr man täglich schafft, um so schneller erweitert sich aber der Personenkreis, in dessen Kreise man selbst aufgenommen wird. Jeder, der einem zurückfolgt, ist ein potenzieller Leser.

Wenn alle zehn Kreise voll sind, löscht du Kreis 1 wieder und beginnst von vorne. Dann löschst du Kreis 2 und füllst diesen erneut. Und so weiter und so fort. Damit baust du dir nach und nach eine Followerschaft auf, die alle potenzielle Leser sind.

Allerdings wollen deine potenziellen Leser auch wahrgenommen werden. Man sollte auch etwas Zeit zum Netzwerken investieren. 15 Minuten am Tag reichen dafür vollkommen. Du scrollst einfach deinen Stream durch und verteilst deine Plusse (= Gefällt mir auf G+), lässt einen Kommentar da. Kurz, du bist präsent. Dabei brauchst du nicht selbst verkaufen. Du brauchst natürlich nicht alles einfach liken. Bleibe authentisch! Verteile deine Aufmerksamkeiten an die, die dich wirklich ansprechen.

Jetzt kommt es darauf an, wie "kaltblütig" man ist und ob man jeden Kontakt wieder opfert, um neue zu knüpfen oder den ein oder anderen bewahren will. Aber auch das ist kein Hexenwerk. Ergibt sich aus dem anonymen Hinzufügen ein anregender Kontakt, verschiebt man ihn einfach in den vorgegebenen Kreis "Freunde" oder "Bekannte" und er ist vor der nächsten Löschaktion geschützt.

Der Vorteil dieser rigorosen Methode ist, dass es schnell geht. Die Followerschaft wächst schnell und stetig. Du kannst deine Kontakte natürlich nach Begutachtung des jeweiligen Profils aussuchen, aber das dauert wesentlich länger und - was viel wichtiger ist - nicht du willst jemanden kaufen, sondern du willst gekauft werden! Also ist es eher zweitrangig, wen du da hinzufügst.

Die Vorgehensweise lässt sich aber auch verfeinern. Wenn sich etwa Leute herauskristallisieren, die dir dienlich sind. Deine Beiträge plussen und teilen und so deine Reichweite erhöhen. Revanchieren tut nicht weh - und auf Facebook machst du doch das auch. Zudem sollten solche Kontakte natürlich geschützt werden. Nach und nach ergibt sich dann ohnehin ein passender Personenkreis, aber du musst ja dem anderen erst einmal eine Chance einräumen, auf dich aufmerksam zu werden. Du machst lediglich den ersten Schritt, indem du den anderen einkreist.

Kommentare:

  1. Hallo Karin,
    auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Funktioniert das tatsächlich? Gibt es niemanden, der sich echauffiert und dir schreibt "Hey, was soll der Quatsch, ich kenne dich doch gar nicht "?
    LG
    Ina

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    1. Hallo Ina! Ja, das funktioniert tatsächlich. Der Großteil meiner Follower kam damit zustande. Davon haben mir genau 2 eine Nachricht geschickt, warum und wieso ich da rumkreise. Denen hab ich es dann erklärt und gut wars :)
      Lg, Karin

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    2. Hallo Ina! Ja, das funktioniert tatsächlich. Der Großteil meiner Follower kam damit zustande. Davon haben mir genau 2 eine Nachricht geschickt, warum und wieso ich da rumkreise. Denen hab ich es dann erklärt und gut wars :)
      Lg, Karin

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  2. Na, dann gucke ich doch mal, ob sich da etwas machen lässt ;-) Danke für den Tipp!

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  3. Du gehst dabei von einer Haltung aus, bei der ich mich frage, ob es dazu Statistiken gibt.
    Ich füge nur Leute in meine Kreise, die mich wirklich interessieren. Was also meist Leute sind, die ich bereits kenne oder "kreative KollegInnen".

    Da du ja selbst "potenziell(!)" schreibst, ist das ein klassisches Gießkannenprinzip.
    Sollten von 1000 Followern nachher 2 oder 3 mein Buch kaufen, würde ich den Aufwand nicht unbedingt als gerechtfertigt ansehen. Zudem ich es nicht ganz als die feine englische Art sehen, so vorzugehen. Aber das ist meine eigene Befindlichkeit. ;)

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    1. Wenn du dich ansonsten auch interessant und authentisch präsentierst, sollten es mehr als 2-3 Buchverkäufe sein ;)

      Lg, Karin

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    2. Wenn du dich ansonsten auch interessant und authentisch präsentierst, sollten es mehr als 2-3 Buchverkäufe sein ;)

      Lg, Karin

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    3. Wenn du dich ansonsten auch interessant und authentisch präsentierst, sollten es mehr als 2-3 Buchverkäufe sein ;)

      Lg, Karin

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  4. Hallo Karin,

    danke für den Tipp! Was soziale Netzwerke betrifft, bin ich Oldie Jahrgang 49 ziemlich unbedarft. Ich musste buchstäblich über meinen eigenen Schatten springen, um mich bei Facebook anzumelden. Google+ finde ich generell etwas sympathischer, obwohl ich das System bisher noch nicht so recht durchschaut habe. Auf jeden Fall werde ich es mal probieren.

    LG
    Hildegard Grünthaler

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  5. Auf deinen Rat bin ich mal bei G+ eingestiegen. Ich fremdle noch ein bisschen, aber das war bei fb auch so. Dummerweise hat Google gerade jetzt das Layout geändert, und ich muss mich aufs Neue zurechtfinden. Wird schon gehen, und jedenfalls Danke für den Anstupser -- CHK

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    1. Das mit der Umstellung ist allerdings mehr als dumm. Denn diese Tipps funktionieren jetzt nicht mehr so. Das heißt, man kann schon noch so vorgehen, ist aber sehr viel mühseliger als mit dem alten Design.

      Lg, Karin

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