Freitag, November 27, 2015

[Rezension] Die Abnormen 2 (Marcus Sakey)

Eigentlich hatte ich den zweiten Teil ja nicht lesen wollen. Ich fand, in Teil eins war alles gesagt. Eine Fortsetzung könne nur darunter leiden. Doch dann hat mich die Neugier doch gepackt, wie der Kampf Nick Coopers gegen den Rest der Welt weitergehen wird. Ich wurde nicht enttäuscht. Denn Sakey hat den Fokus verlegt. Während Teil 1 sich damit beschäftigt, wie sich eine Mehrheit vor einer Minderheit fürchtet und nur Gleichheit den Menschen ein Gefühl von Sicherheit verschafft, rückt Teil 2 die Machterhaltungsstrategien der Herrschenden in den Vordergrund. Der Thrill liegt darin, dass man die Handlungsweisen der Figuren auf das reale Leben übertragen kann. Wie Aktionen und vermeintliche Unglücke dazu eingesetzt werden, um die Massen zu lenken. Dass unschuldige Menschen für politische Spielchen geopfert werden. 

Die Handlung wird straff vorangetrieben und man erlebt die ein oder andere Überraschung. Dabei kommt die Atmosphäre nicht zu kurz. Wie schon im ersten Teil wird genau soviel beschrieben, dass das Kopfkino läuft, ohne dass die Handlung an Fahrt einbüßt. Alle Figuren, mögen sie auch nur noch so kurz auftreten, haben vom Autor eine ausführliche Biografie erhalten, die den Roman lebendig werden lässt.

Etwas verwirrend für mich war lediglich, dass ich nie länger als eine Stunde am Stück lesen konnte, obwohl der Schreibstil flüssig und die Handlung spannend war. Vielleicht liegt es gerade an der hohen Informationsdichte und der straffen Erzählweise.

Die Abnormen-Reihe kann ich auf alle Fälle weiterempfehlen. Und nun ist klar, dass ich auch den nächsten Band lesen werde!

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