Samstag, Dezember 05, 2015

[Kennst du schon...?] Gerhard Etzel - Das Spiel des Frauenmörders

Tobias Hartmann teilt das Schicksal vieler unabhängiger Autoren: seine Kriminalromane sind nicht besonders erfolgreich, sie gehen in der Masse unter. In seiner Not verfällt er auf die Idee, Szenen aus einem Roman einer erfolgreichen Autorin zu kopieren. Ein Freund redet ihm das aus, weil der zu erwartende Rechtsstreit mehr kosten würde, als das Buch einbringt.

Seine Freundin jedoch hat eine glänzende Idee, die freudig aufgenommen wird: Sie hat den Roman „Der Frauenmörder“ von Hugo Bettauer gelesen, in dem ein ebenfalls erfolgloser Autor beschrieben wird. Dem gelingt es, die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen, indem er die Polizei mit vorgetäuschten Straftaten narrt. Nach dem Vorbild eines Romans aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschließen sie, ebenfalls so ein Spiel zu inszenieren.

Nach und nach verschwinden auf geheimnisvolle Weise fünf Frauen. Die Spuren führen nach Schäftlarn, einer Gemeinde südlich von München und verlieren sich dort. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Noch bevor sie darauf kommt, dass da ein Spiel aufgeführt wird, geschieht ein Mord. Ein geheimnisvoller Unbekannter hat sich in das Spiel eingemischt und definiert seine eigenen Regeln. Das Spiel endet fatal: Weitere Mitspieler verlieren ihr Leben, bevor der Täter gefasst werden kann.

Als ich den Roman „Der Frauenmörder“ zum ersten Mal las, war ich begeistert: eine überraschende, kreative Handlung, ein eigenwilliger Ermittler mit Fähigkeiten, die an Sherlock Holmes erinnern, und eine wunderschöne, heute altertümlich anmutende Sprache.
Ich beschloss, als „Fingerübung“ für meine eigenen Schreibversuche den Roman nach zu erzählen. Aber schnell kam ich zu dem Schluss, dass es mehr sein sollte als eine reine Nacherzählung, ich wollte einen eigenständigen Roman schreiben. Also habe ich versucht, Spannung aufzubauen, in dem sich ein zunächst unbekannter Spieler einmischt und tatsächlich Morde begeht. Es dauert einige Zeit, bis die Polizei und die Erfinder und Initiatoren des Spiels merken, was los ist. Aber es ist zu spät, einige müssen ihr Leben lassen.

Wie geht es weiter?

Eine Redakteurin der Süddeutschen Zeitung hat spekuliert, ob ich wohl weitere Krimis schreiben werde, denn von dem ermittelnden Münchner Kriminalkommissar Danner würde man gerne weitere Geschichten lesen. Mal sehen, vielleicht mache ich das ja wirklich.

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