Dienstag, Dezember 01, 2015

[Rezension] Petra Schier - Der Hexenschöffe

"Der Hexenschöffe" packt den Leser von der ersten Seite an. Er erzählt die wahre Geschichte des Schöffen Hermann Löhe, der sich während des Dreißigjährigen Krieges gegen die Methoden der Hexenprozesse auflehnt und dadurch selbst ins Fadenkreuz des Hexenkommissars Dr. Jan Möden gerät.

Für zart Besaitete ist der Roman nichts. Die Abläufe während eines Hexenprozesses sind ausführlich recherchiert und auch geschildert - insbesondere die Foltermethoden und auch die niederen Handlungsmotive der Menschen. Die Zeit der Hexenprozesse war eine Zeit wilder Denunziationen, Intrigen und Macht- und Habgier. Petra Schier zeichnet ein ausführliches Bild der damaligen Gegebenheiten - und auch der menschlichen Psyche.

Auch wenn der Roman im 17. Jahrhundert verortet ist, zeigt er die Grausamkeit der Menschen auf, die sich seitdem nicht wesentlich gebessert hat. Für den eigenen Vorteil wird der Nachbar ans Messer geliefert und für alle Not bedarf es einen Sündenbock. So unlogisch und wenig nachvollziehbar die Argumentation auch sein mag, ein Opfer ist schnell gefunden. Diese Vorgehensweise wiederholt sich bereits seit Jahrhunderten - es werden nur die Opfer ausgetauscht.

"Der Hexenschöffe" ist ein unbedingt lesenswerter Roman des Rowohlt-Verlags. Jetzt kaufen.

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